Ein Jahr Corona-Pandemie: Unterstützung für und Stimmen aus dem Mittelstand

  • 74 Prozent der deutschen KMU bleiben trotz angespannter Lage optimistisch 
  • Neues Analysetool hilft KMU bei der Digitalstrategie

Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie begleiten uns mittlerweile schon seit mehr als einem Jahr. Das Herunterfahren des öffentlichen Lebens hatte nicht nur gesellschaftliche, sondern auch wirtschaftliche Folgen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) waren von Schließungen und massiven Umsatzeinbußen betroffen. 

Zwischen dem 29. Januar und 9. Februar 2021 haben wir im Rahmen der Global State of Small Business Report mehr als 35.000 kleine und mittelständische UnternehmerInnen auf unserer Plattform in 27 Ländern weltweit zu den Auswirkungen der Pandemie auf ihr Unternehmen und ihre Zukunftsaussichten befragt.

Im europäischen Vergleich schneiden Deutsche KMU gut ab

Während der Anteil geschlossener KMU in Europa aufgrund der strikten Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie besonders gestiegen sind, berichteten 80 Prozent der befragten KMU in Deutschland, dass sie entweder regulär geöffnet haben oder durch ein angepasstes Angebot Umsätze generieren können. Im Vergleich zu Großbritannien (37 Prozent der KMU geschlossen) und Portugal (33 Prozent der KMU geschlossen) schneidet Deutschland damit sehr gut ab.

Dennoch bleibt die Lage für den Mittelstand angespannt: 40 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, deutliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Von Frauen geführte KMU berichteten dabei von höheren Umsatzeinbußen (53 Prozent) als von Männern geführte Unternehmen (37 Prozent), was darauf zurückzuführen sein kann, dass Frauen tendenziell häufiger Kleinstunternehmen im besonders von der Pandemie betroffenen Dienstleistungssektor führen. Diese Zahlen spiegeln den weltweiten Durchschnitt wider, der zeigt, dass Unternehmerinnen von den Auswirkungen der Krise deutlich stärker betroffen sind als ihre männlichen Pendants. 

Deutsche KMU zeigen sich trotz der schwierigen Situation optimistisch

Nahezu Dreiviertel der Befragten (74 Prozent) gaben an, dass sie zuversichtlich sind, bei gleichbleibenden Umständen mindestens für sechs weitere Monate geöffnet bleiben zu können. Das liegt deutlich über dem globalen Durchschnitt von 54 Prozent. Nur 10 Prozent der befragten UnternehmerInnen aus Deutschland gaben außerdem an, aufgrund der Corona-Krise ihr Personal reduziert zu haben; sowohl im globalen Vergleich (30 Prozent) als auch im Vergleich mit anderen EU-Ländern wie Italien (30 Prozent) und Spanien (21 Prozent) ein bemerkenswert niedriger Wert.

Aus Sicht der UnternehmerInnen werden vor allem geringere Nachfrage (laut 14 Prozent der Befragten) und weitere staatlich angeordnete Einschränkungen (laut 31 Prozent der Befragten) problematisch für ihr Unternehmen sein. Darüber hinaus hat auch die Mobilität der Kunden weiter abgenommen: Google Mobility Daten zeigen, dass besonders in Deutschland und dem Vereinigten Königreich die Mobilität deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegt – Ende Januar lag sie sogar niedriger als beim bisherigen Tiefstand im April 2020. Für KMU bedeutet das, dass sie sich auch weiterhin neue kreative Wege werden erschließen müssen, um Umsätze zu generieren und mit ihrem Business zu wachsen: Hybridmodelle aus stationärem Handel und Online-Angeboten können hier zukunftsweisend sein.

Erfolgsgeschichten von KMU machen Mut 

Im letzten Jahr haben wir mit unserer Initiative #WirliebenMittelstand bereits mehr als 150.000 Unternehmerinnen und Unternehmer gezielt beim Auf- und Ausbau ihrer Digitalstrategie begleiten können. Dadurch haben wir in den letzten zwölf Monaten zahlreiche inspirierende Beispiele von KMU kennengelernt, die sich in kürzester Zeit digitale Tools angeeignet haben, um auch während des Lockdowns Umsätze zu generieren und mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben. 

Zwei von ihnen erzählen heute, wie es ihnen gelungen ist, sich schnell an die Herausforderungen anzupassen und welche Auswirkungen das auf ihr Business hatte:

Miriam Jacks, Gründerin von JACKS Beautyline 

Die Idee, ihre eigene Linie für Make-up Pinsel zu entwerfen, hatte Miriam Jacks im Jahr 2009 während der Gründung ihres Beauty Stores in Berlin. Heute ist jeder handbemalte, vegane Pinsel ein eigenes kleines Kunstwerk – und die Produktpalette wächst. Während der Pandemie konnte sie ihr Business dank des Einsatzes von Facebook und Instagram sogar weiterentwickeln. Ihr Monatsumsatz im Webshop ist um fast 1000 Prozent gewachsen. Der erste Lockdown führte zunächst zum Stillstand, doch mit gezieltem Influencer-Marketing und digitalen Make-up Workshops fand sie neue, kreative Wege, um ihr Geschäft am Laufen zu halten:

 

Özgür Aylikci, Gründer der Mono Concept Stores

Özgür und sein Team haben sich der Männermode verschrieben, fast – natürlich darf auch für die moderne Frau nichts fehlen. In den Hamburger Concept Stores gibt es tägliche Fashion-Inspiration. Während des ersten Lockdowns musste Mono Room Concept Store seine drei Läden schließen, doch das Geschäft lief weiter: Obwohl er zuvor 100 Prozent seines Umsatz über den stationären Handel generierte, gelang es ihm, innerhalb kürzester Zeit sein Geschäftsmodell anzupassen und sich der Situation erfolgreich anzupassen. Wie er soziale Medien dafür gezielt eingesetzt hat, erzählt er im Video:

 Neues Analysetool hilft KMU bei der Digitalstrategie 

Wie unsere digitale Wirtschaftsstudie im letzten Jahr gezeigt hat, hat ein Drittel der befragten KMU mehr als 25 Prozent des Umsatzes über digitale Kanäle generiert. Trotz der schwierigen Lage blieb daher fast die Hälfte der KMU zuversichtlich – doch sie gaben auch an, weitere Unterstützung zu benötigen. Auch künftig werden eine digitale Präsenz und eine langfristige Digitalstrategie für KMU essentiell sein, um zukunftsgerichtet zu wirtschaften – das gilt nicht nur, solange anhaltende Einschränkungen und unsichere Perspektiven für die nächsten Monate sich auf den Mittelstand auswirken. 

Dafür stellen wir heute ein neues kostenfreies Analysetool speziell für KMU vor: Mithilfe dieses Tools können KMU ihre digitale Präsenz und bisherige Digitalstrategie hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen überprüfen lassen. Darüber hinaus können sie auswählen, welche Ziele sie mit ihrer Digitalstrategie verfolgen, um einen optimierten Plan für künftige digitale Aktivitäten zu erhalten. 

Mehr als 200 Millionen Unternehmen nutzen unsere Apps jeden Monat als virtuelles Schaufenster und um ihre Kunden zu erreichen – und Millionen KMU nutzen unsere Tools seit Beginn der Pandemie, um sich eine digitale Präsenz aufzubauen und den Übergang zum hybriden Wirtschaften zwischen Offline- und Onlinehandel zu erleichtern. Dabei möchten wir insbesondere den Mittelstand weiterhin zielgerichtet unterstützen. Interessierte finden hier alle Informationen und spannende Trainings: https://www.facebook.com/business.


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