Weltweite Lage von Kleinunternehmen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind nicht nur das Rückgrat der deutschen, sondern auch der globalen Wirtschaft. Allerdings haben wir gesehen, dass gerade KMU von  den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie ganz besonders betroffen sind und vor großen Herausforderungen stehen. Die zeitweise Schließung von Geschäften und Betrieben führte dazu, dass viele  KMU, insbesondere solche ohne digitale Präsenz, mit erheblichen Einnahmeverlusten kämpfen, Kredite aktuell nicht zurückzahlen können, auf Kurzarbeit zurückgreifen oder sogar Personal entlassen mussten. 

In der Digitalen Wirtschaftsstudie (Global State of Small Business Report), einer gemeinsamen Untersuchung von Facebook, der Weltbank und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), werden seit Mai 2020 kleine und mittlere Unternehmen aus mehr als 50 Ländern und Regionen nach ihren Erfahrungen und ihrem Bedarf an Unterstützung befragt.

Seit Juli stellen wir monatliche Berichte über unsere Erhebungsrunden bereit, die Auskunft darüber geben, inwieweit KMU in Deutschland und Europa von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind, aber auch welchen Herausforderungen insbesondere die verbrauchsorientierten Branchen gegenüberstehen und welche Unterstützung sie benötigen.

Bericht November:

  • Vermehrt Schließungen aufgrund von Beschränkungen 
  • Kleinstunternehmen am stärksten von den Auswirkungen der Krise betroffen
  • Abbau von Personal auf dem bisherigen Höchststand seit Mai

Nachdem die Anzahl an geschlossenen KMU zuletzt stabil geblieben und in manchen europäischen Regionen sogar gesunken ist, zeigen die Ergebnisse der fünften Erhebungswelle unserer digitalen Wirtschaftsstudie (Erhebungszeitraum: 23. September bis 1. Oktober 2020), dass es wieder vermehrt zu Schließungen kommt. Das liegt insbesondere an verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens: Je mehr Beschränkungen bestehen, desto mehr KMU sind gezwungen, ihr Geschäft vorübergehend zu schließen. 

Dabei schließen Kleinstunternehmen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit dauerhaft als kleine und mittelständische Unternehmen, vor allem im Einzelhandel und Dienstleistungssektor. Dieser Umstand ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Kleinstunternehmen öfter von Umsatzeinbußen über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr berichten als größere Unternehmen.

Die erneuten Schließungen führt dazu, dass die Reduzierung von Personal in der fünften Erhebungswelle auf dem bisherigen Höchststand angekommen ist. 24 Prozent der befragten KMU in Europa gaben an, aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten Personal reduziert zu haben. 

Entsprechend des dynamischen Infektionsgeschehens bleibt auch die Wirtschaftslage angespannt. Nach wie vor bedarf es gezielter Hilfsangebote für den Mittelstand, um sie während und nach den aktuell geltenden Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie bei de Wiederbelebung ihres Geschäfts zu unterstützen. 

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: 

https://dataforgood.fb.com/global-state-of-smb/

Bericht Oktober: 

  • Wiedereröffnungen stagnieren, während weltweite Wirtschaftslage angespannt bleibt
  • Weiblich geführte KMU sind stärker betroffen als männlich geführte 
  • Digitalisierung im Mittelstand schreitet weiter voran und hilft KMU, Umsätze über digitale Kanäle zu generieren 

Die vierte Erhebungswelle (Erhebungszeitraum: 24. bis 31. August 2020)  unserer digitalen Wirtschaftsstudie verdeutlicht erneut, dass die weltweite Wirtschaftslage angespannt bleibt. Die zuletzt deutlich gesunkene Rate an noch geschlossenen kleinen und mittleren Unternehmen stagniert, was höchstwahrscheinlich auf neue, lokal geltende Beschränkungen wegen steigender Infektionszahlen zurückzuführen ist. Immerhin 35 Prozent der befragten KMU gaben jedoch an, ihr Geschäft aufgrund finanzieller Schwierigkeiten oder Insolvenz geschlossen zu haben. Im Vergleich zur ersten Erhebungswelle, bei der nur 22 Prozent der Befragten aus finanziellen Gründen schließen mussten, zeigt sich, dass KMU verstärkt unter der angespannten Wirtschaftslage leiden und ihre Ressourcen aufgebraucht haben. Weiterhin berichtet mehr als die Hälfte (54 Prozent) von deutlich geringeren Umsätzen als im Vorjahr.

Krise hat Ungerechtigkeit zwischen Geschlechtern verschärft 

Die Corona-Krise bringt nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Konsequenzen mit sich. Die Ergebnisse unserer digitalen Wirtschaftsstudie unterstreichen, dass sich geschlechtsspezifische Ungleichheiten seit Beginn der Krise verschärft haben. Weibliche Befragte übernehmen seit Ausbruch der Pandemie mehr als doppelt so häufig zusätzliche Haushaltspflichten (26 Prozent bei Frauen vs. 11 Prozent bei Männern) und kümmern sich verstärkt um Kinder oder Pflegebedürftige (30 Prozent bei Frauen vs. 12 Prozent bei Männern). Das wirkt sich insbesondere auf weiblich geführte KMU aus: 25 Prozent der befragten Frauen gaben an, aufgrund ihrer zusätzlichen familiären Pflichten beruflich eingeschränkt zu sein. 

29 Prozent der befragten Frauen wünschen sich Unterstützung aus der Politik: Besonders für die Betreuung von Kindern und Pflegebedürftigen im eigenen Haushalt fordern sie bessere Hilfsangebote, um sich auf ihre berufliche Tätigkeit konzentrieren zu können. 

Noch immer sind weiblich geführte KMU häufiger geschlossen als männlich geführte (10 Prozent vs. 8 Prozent), was partiell auf die Sektoren zurückzuführen ist, in denen die KMU tätig sind: Frauen führen mit höherer Wahrscheinlichkeit Kleinstunternehmen im Dienstleistungssektor, der besonders stark von der Auswirkungen der Corona-Krise betroffen ist. Im Rahmen unserer Kampagne #WirliebenMittelstand möchten wir deshalb Unternehmerinnen besonders stärken. Am 27. Oktober veranstalten wir unter dem Titel “Starke Frauen, starker Mittelstand – Digital Durchstarten für Unternehmerinnen” ein Online-Event, welches sich der aktuellen Situation von Unternehmerinnen widmet . Hier können sich Interessierte anmelden.

KMU nutzen verstärkt digitale Tools 

Dennoch gibt es weiterhin Grund zu Optimismus. Im Rahmen einer von uns beauftragten Studie hat das unabhängige Beratungsunternehmen Deloitte 4.300 KMU in 17 Ländern, darunter auch Deutschland, zu ihrer Nutzung digitaler Tools befragt. Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz digitaler Kanäle für KMU: Zwei Drittel der Befragten gaben an, seit Beginn der Krise ihre Nutzung digitaler Tools deutlich erhöht zu haben. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) berichtete, insbesondere soziale Medien und Messenger-Apps verstärkt für ihr Unternehmen genutzt zu haben. Messenger-Apps sind mit einem Anstieg von 43 Prozent in der geschäftlichen Nutzung am stärksten gewachsen.

Als Hauptgründe der Nutzung digitaler Tools nannten KMU Umsatzgenerierung und Kundendialog: Die Hälfte der Befragten gab an, Messenger-Apps insbesondere zur Aufnahme und Bearbeitung von Bestellungen zu nutzen. Während Verkäufe am Point of Sale zurückgegangen sind, erlauben digitale Tools, die KonsumentInnen dort abzuholen, wo sie sich aktuell aufhalten – online. Darüber hinaus bieten insbesondere soziale Medien KMU auch die Möglichkeit, ihre bestehenden Kundenbeziehungen zu pflegen und neue Kunden zu erreichen. 

Das deckt sich mit den Ergebnissen der Konsumentenstudie, die Deloitte ebenfalls im Auftrag von Facebook durchgeführt hat: Bei der Befragung von 6.534 KonsumentInnen in 13 Ländern hat sich gezeigt, dass 48 Prozent der Befragten seit Beginn der Corona-Krise verstärkt online einkaufen. Dabei haben zwei Drittel der Befragten neue über soziale Medien neue Unternehmen für sich entdeckt.

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: 

https://dataforgood.fb.com/global-state-of-smb/

Den vollständigen Bericht der Deloitte Digital Tools in Crisis and Recovery Studie können Sie hier herunterladen: Digital Tools in Crisis and Recovery SMB Report.

Bericht September:

  • KMU bauen verstärkt Stellen ab
  • Liquiditätsengpässe und mangelnde Nachfrage halten an
  • Digitalisierung schreitet weiter voran

Unsere Digitale Wirtschaftsstudie unterstreicht auch in der dritten Erhebungswelle, dass gezielte Hilfsangebote für den Mittelstand weiterhin unerlässlich sind: 

Der Aufwärtstrend im Hinblick auf wieder eröffnete KMU setzt sich zwar fort – nur noch neun Prozent der Geschäfte in Europa sind geschlossen. Auch in den am stärksten von Schließungen betroffenen Branchen Tourismus und Gastronomie ist der Prozentsatz geschlossener Unternehmen auf 15 Prozent gesunken. Dafür berichten aber mittlerweile 24 Prozent der befragten KMU, dass sie als Reaktion auf die Corona-Krise Personal reduzieren und Stellen abbauen mussten. Bei der zweiten Erhebungswelle lag der Prozentsatz noch bei 21. 

Zu den größten Herausforderungen gehören nach wie vor Liquiditätsengpässe sowie die gesunkene Nachfrage auf Kundenseite. Auch hier sehen sich Tourismus und Gastronomie den größten Problemen gegenüber: 50 Prozent der Befragten rechnen damit, ihr Geschäft in den nächsten drei Monaten schließen zu müssen, wenn sich die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage nicht deutlich verbessert. 

Optimistischer sind weiterhin digital aufgestellte KMU, die Umsätze über digitale Vertriebswege generieren können. 27 Prozent der aktuell noch geschlossenen KMU haben deswegen eine Onlinepräsenz aufgebaut, um die Effekte der Corona-Krise abmildern zu können. Die Befragung zeigt, dass weiblich geführte Unternehmen sich eher digitalisieren als von Männern geführte Unternehmen. 

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: https://dataforgood.fb.com/global-state-of-smb/

Bericht August: 

  • Großteil der KMU hat wiedereröffnet
  • Weiterhin signifikante Umsatzeinbußen
  • Mangelnde Liquidität und Nachfrage

In der zweiten monatlichen Auswertung unserer Studie zeigt sich, dass europaweit nur noch elf Prozent der befragten KMU geschlossen sind, zehn Prozent weniger als noch im Vormonat. Die schrittweise Wiedereröffnung vieler Unternehmen in Deutschland und dem gesamten europäischen Raum ist auf das Ende des Lockdowns zurückzuführen, aber auch geltende Sicherheitsbeschränkungen erlauben es Unternehmerinnen und Unternehmern, ihre Geschäfte unter bestimmten Auflagen wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen.

Trotz dieser positiven Entwicklung berichtet weiterhin über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) von signifikanten Umsatzeinbußen im Gegensatz zum Vorjahr. Hier zeigt sich, dass die Branchen Tourismus und Gastronomie nach wie vor besonders betroffen sind von den Auswirkungen der Krise: In diesem Sektor geben 68 Prozent der Befragten an, dass ihr Umsatz deutlich unter dem Wert des Vorjahres liegt. Europaweit sehen sich touristische und gastronomische Betriebe noch immer Schwierigkeiten gegenüber. Die Zahl der notwendigen Entlassungen in diesen Branchen hat sich zwar verbessert, doch noch immer gibt fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten an, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduzieren zu müssen. 

Daher fokussieren wir uns unter dem Motto #WirliebenMittelstand auf die Unterstützung der stark betroffenen Branchen Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel. In individuellen Coachings und branchenspezifischen Webinaren für Tourismus und Gastronomie mit starken Partnern erhalten KMU passgenaue Unterstützung zum Aufbau eines digitalen Standbeins, das ihnen helfen kann, die Effekte der Krise abzumildern.

Grund für die anhaltend ernste Lage des Mittelstands sind vor allem mangelnde Nachfrage (laut 48 Prozent der Befragten) sowie fehlende Liquidität (laut 42 Prozent der Befragten). Diese Ergebnisse zeigen, dass die Krise trotz der Wiedereröffnung vieler KMU für Unternehmerinnen und Unternehmer noch nicht ausgestanden ist. Durchschnittlich ein Viertel (25 Prozent) der KMU erhält finanzielle Hilfen, meist von staatlicher Seite. Es gilt weiterhin, Kundenkontakte aufrechtzuerhalten und neue Zielgruppen zu erschließen, um die bestehenden Lücken in Nachfrage und Liquidität überbrücken zu können. 

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: https://dataforgood.fb.com/wp-content/uploads/2020/08/State-of-Small-Business-Report-Wave-II.pdf 

Bericht Juli: 

  • Digital aufgestellte Unternehmen sind zuversichtlich 

  • Entlassungen in verbraucherorientierten Branchen

  • Hoher Finanzierungsbedarf

Die Befragung zeigt, dass deutsche Unternehmen mit einer Online-Präsenz in der Krise gut aufgestellt sind. Ein Drittel der Befragten erklärt, dass mindestens 25 Prozent ihrer Einnahmen über digitale Kanäle generiert werden konnten. Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass deutsche Unternehmen noch Nachholbedarf haben. Kleinunternehmen in europäischen Nachbarländern sind hier schon weiter und erzielen bereits einen viel höheren Teil ihres Umsatzes über digitale Kanäle.

Darüber hinaus bestätigen die Ergebnisse auch langfristige Auswirkungen der Krise: 65 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Einnahmen in diesem Jahr deutlich niedriger als im Vorjahr sind. Ganze 20 Prozent rechnet damit, dass der Cash Flow in den nächsten Monaten nicht gewährleistet sein wird. Und ein Fünftel (23 Prozent) gab an, dass sie wegen der unsicheren Lage gezwungen sind, die Anzahl der Mitarbeiter zu reduzieren. Aber dennoch zeigen die Befragten sich positiv: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) ist mit Blick auf die Zukunft des eigenen Unternehmens zuversichtlich.

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: https://dataforgood.fb.com/wp-content/uploads/2020/07/GlobalStateofSmallBusinessReport.pdf



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