Endgültige FTC-Vereinbarung bedeutet stärkere Verantwortlichkeit im Datenschutz

Von Michel Protti, Chief Privacy Officer, Product

Am vergangenen Donnerstag hat ein US-Bundesgericht offiziell die Vereinbarung genehmigt, die wir im Juli letzten Jahres mit der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde (Federal Trade Commission, FTC) getroffen haben. Damit sind die Untersuchungen der FTC abgeschlossen, die im Zuge der Geschehnisse rund um Cambridge Analytica 2018 eingeleitet worden sind. 

Wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt, haben wir uns bereit erklärt, unsere Herangehensweise an den Schutz der Privatsphäre unserer Nutzer grundsätzlich zu überarbeiten und ein Bußgeld in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar zu akzeptieren. 

In meiner Funktion als Chief Privacy Officer for Product habe ich mich verpflichtet, Facebook dabei zu unterstützen, wichtige Änderungen mit Blick auf die Umsetzung von Datenschutzvorgaben vorzunehmen, . Ein Großteil der Maßnahmen, die unter der Vereinbarung anstehen, wurde bereits eingeleitet. 

Eine neues Niveau an Verantwortlichkeit

Im Zuge der Vereinbarung hat Facebook bereits grundlegende Änderungen vorgenommen. So geht die Art und Weise, wie wir nun die Privatsphäre der Nutzer schützen, weit über alle früheren Maßnahmen hinaus. Wir haben unsere Arbeitsweise, die Entwicklung neuer Produkte und Technologien sowie unseren Umgang mit Nutzerdaten grundlegend überdacht. Vor allem jedoch schafft die Vereinbarung ein neues Niveau an Verantwortlichkeit und stellt sicher, dass sich jeder einzelne Mitarbeiter bei Facebook für das Thema Datenschutz verantwortlich fühlt.    

Nun da die Vereinbarung offiziell genehmigt ist, wird unsere Geschäftsführung, einschließlich unseres CEO, der FTC vierteljährlich die Einhaltung der Auflagen bescheinigen. Darüber hinaus richten wir ein neues Datenschutz-Gremium in unserem Board of Directors ein und werden mit einem externen, unabhängigen Prüfer zusammenarbeiten, der diesem Gremium regelmäßig und direkt Bericht zur Einhaltung unseres Datenschutzprogramms erstatten wird.

Erzielte Fortschritte 

Zwar liegt noch viel Arbeit vor uns, jedoch haben wir bereits jetzt unsere unternehmensweiten Datenschutzprozesse wesentlich verbessert. Unser Privatsphäre-Check wurde aktualisiert und leitet Nutzer nun durch einige der wichtigsten Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook. Zudem haben wir Nutzer weltweit daran erinnert, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu prüfen. Das Tool „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ wurde vollständig ausgerollt: Nutzer können jetzt sehen, welche Informationen Unternehmen mit uns teilen, und diese falls gewünscht aus ihrem Konto entfernen. Erste Einzelheiten zu unserer Datenschutzmethodologie und zu den Schutzmechanismen, die wir in unsere Produkte integriert haben, wurden bereits in der Serie „Privacy Matters“ veröffentlicht, zum Beispiel zu Facebook Pay.

Uns ist klar, dass der Einsatz für die Privatsphäre unserer Nutzer eine kontinuierliche Verantwortung darstellt, der wir uns jeden Tag stellen müssen. 

Datenschutz wird zur Verantwortung jedes Einzelnen bei Facebook 

Wir haben eine Reihe unserer erfahrensten Führungskräfte damit beauftragt, die FTC-Vereinbarung unternehmensweit umzusetzen. 

  • Erin Egan, unsere Chief Privacy Officer for Public Policy, stellt sicher, dass das Feedback von Regierungen und Experten weltweit in unsere Richtlinien und Praktiken einfließt. 
  • Vladimir Fedorov, VP of Engineering, leitet das Team, das für Datenschutz bei Produkten und Infrastruktur und somit für alle relevanten Änderungen an Produkten, Tooling und Infrastruktur verantwortlich ist. 
  • Delfina Eberly, VP of Infrastructure, leitet das Managementteam unseres Datenschutzprogramms, das Design, Implementierung und Tests in diesem Bereich vorantreibt.
  • Zudem vergrößern wir unsere Rechtsabteilung weiter, um unsere fortlaufende Datenschutzarbeit bestmöglich zu unterstützen.

Wir haben Dutzende von technischen und nicht-technischen Teams gebildet, die sich ausschließlich mit dem Thema Datenschutz beschäftigen. Wir blicken jetzt in allen Unternehmensbereichen wesentlich kritischer auf die Nutzung von Daten. Das bedeutet: ab dem Moment, in dem Nutzer neue Informationen mit uns teilen, analysieren wir, wie diese erfasst, genutzt, gespeichert und letztendlich gelöscht werden. Über ein Risikobewertungsverfahren stellen wir sicher, dass die Daten ordnungsgemäß verwendet werden. Darüber hinaus prüfen wir eingehend, wie wir die Daten im gesamten Unternehmen nutzen, schätzen potentielle Risiken ein und ergreifen entsprechende Schutzmaßnahmen. Aktuell arbeiten Tausende unserer Mitarbeiter an diesen datenschutzbezogenen Projekten – und wir stellen weiter ein.

Die FTC-Vereinbarung hat uns einen wichtigen Impuls gegeben, um unsere Unternehmenskultur zu überarbeiten. Wir haben den Onboarding-Prozess angepasst, den jeder neue Facebook-Mitarbeiter durchlaufen muss. Dieses stellt nun sicher, dass alle Mitarbeiter ihre Rolle im Unternehmen aus der Datenschutzperspektive betrachten, dass sie bei der Produktentwicklung von Beginn an den Datenschutz berücksichtigen, und dass sie potenzielle Datenschutzrisiken proaktiv identifizieren und angehen. Alle neuen und bestehenden Mitarbeiter sind verpflichtet, eine jährliche Datenschutzschulung zu absolvieren. 

Eine Orientierungshilfe für mehr Verantwortlichkeit in der gesamten Branche

Die jetzt genehmigte Vereinbarung geht über alle Anforderungen nach US-amerikanischem Gesetz hinaus. Wir sind der Auffassung, dass sie als Orientierungshilfe für eine umfassendere Datenschutzregulierung dienen kann – wie dies in anderen Teilen der Welt bereits geschehen ist. Wir hoffen, dass diese Vereinbarung zu weiteren Fortschritten bei der Erarbeitung einheitlicher Gesetze in den USA und weltweit führen wird. 

Unser Ziel ist es, die Privatsphäre unserer Nutzer zu schützen. Genau das erwarten die Menschen, die unsere Produkte nutzen. Und wir werden weiter hart daran arbeiten, diesen Erwartungen gerecht zu werden.



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