Weltweite Lage von Kleinunternehmen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind nicht nur das Rückgrat der deutschen, sondern auch der globalen Wirtschaft. Allerdings haben wir gesehen, dass gerade KMU von  den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie ganz besonders betroffen sind und vor großen Herausforderungen stehen. Die zeitweise Schließung von Geschäften und Betrieben führte dazu, dass viele  KMU, insbesondere solche ohne digitale Präsenz, mit erheblichen Einnahmeverlusten kämpfen, Kredite aktuell nicht zurückzahlen können, auf Kurzarbeit zurückgreifen oder sogar Personal entlassen mussten. 

In der Digitalen Wirtschaftsstudie (Global State of Small Business Report), einer gemeinsamen Untersuchung von Facebook, der Weltbank und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), werden seit Mai 2020 kleine und mittlere Unternehmen aus mehr als 50 Ländern und Regionen nach ihren Erfahrungen und ihrem Bedarf an Unterstützung befragt.

Künftig möchten wir monatliche Berichte über unsere Erhebungsrunden bereitstellen, die darüber Auskunft geben sollen, inwieweit KMU in Deutschland und Europa von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind, aber auch welchen Herausforderungen insbesondere die verbrauchsorientierten Branchen gegenüberstehen und welche Unterstützung sie benötigen.

Bericht September:

  • KMU bauen verstärkt Stellen ab
  • Liquiditätsengpässe und mangelnde Nachfrage halten an
  • Digitalisierung schreitet weiter voran

Unsere Digitale Wirtschaftsstudie unterstreicht auch in der dritten Erhebungswelle, dass gezielte Hilfsangebote für den Mittelstand weiterhin unerlässlich sind: 

Der Aufwärtstrend im Hinblick auf wieder eröffnete KMU setzt sich zwar fort – nur noch neun Prozent der Geschäfte in Europa sind geschlossen. Auch in den am stärksten von Schließungen betroffenen Branchen Tourismus und Gastronomie ist der Prozentsatz geschlossener Unternehmen auf 15 Prozent gesunken. Dafür berichten aber mittlerweile 24 Prozent der befragten KMU, dass sie als Reaktion auf die Corona-Krise Personal reduzieren und Stellen abbauen mussten. Bei der zweiten Erhebungswelle lag der Prozentsatz noch bei 21. 

Zu den größten Herausforderungen gehören nach wie vor Liquiditätsengpässe sowie die gesunkene Nachfrage auf Kundenseite. Auch hier sehen sich Tourismus und Gastronomie den größten Problemen gegenüber: 50 Prozent der Befragten rechnen damit, ihr Geschäft in den nächsten drei Monaten schließen zu müssen, wenn sich die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage nicht deutlich verbessert. 

Optimistischer sind weiterhin digital aufgestellte KMU, die Umsätze über digitale Vertriebswege generieren können. 27 Prozent der aktuell noch geschlossenen KMU haben deswegen eine Onlinepräsenz aufgebaut, um die Effekte der Corona-Krise abmildern zu können. Die Befragung zeigt, dass weiblich geführte Unternehmen sich eher digitalisieren als von Männern geführte Unternehmen. 

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: https://dataforgood.fb.com/global-state-of-smb/

Bericht August: 

  • Großteil der KMU hat wiedereröffnet

  • Weiterhin signifikante Umsatzeinbußen

  • Mangelnde Liquidität und Nachfrage

In der zweiten monatlichen Auswertung unserer Studie zeigt sich, dass europaweit nur noch elf Prozent der befragten KMU geschlossen sind, zehn Prozent weniger als noch im Vormonat. Die schrittweise Wiedereröffnung vieler Unternehmen in Deutschland und dem gesamten europäischen Raum ist auf das Ende des Lockdowns zurückzuführen, aber auch geltende Sicherheitsbeschränkungen erlauben es Unternehmerinnen und Unternehmern, ihre Geschäfte unter bestimmten Auflagen wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen.

Trotz dieser positiven Entwicklung berichtet weiterhin über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) von signifikanten Umsatzeinbußen im Gegensatz zum Vorjahr. Hier zeigt sich, dass die Branchen Tourismus und Gastronomie nach wie vor besonders betroffen sind von den Auswirkungen der Krise: In diesem Sektor geben 68 Prozent der Befragten an, dass ihr Umsatz deutlich unter dem Wert des Vorjahres liegt. Europaweit sehen sich touristische und gastronomische Betriebe noch immer Schwierigkeiten gegenüber. Die Zahl der notwendigen Entlassungen in diesen Branchen hat sich zwar verbessert, doch noch immer gibt fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten an, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduzieren zu müssen. 

Daher fokussieren wir uns unter dem Motto #WirliebenMittelstand auf die Unterstützung der stark betroffenen Branchen Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel. In individuellen Coachings und branchenspezifischen Webinaren für Tourismus und Gastronomie mit starken Partnern erhalten KMU passgenaue Unterstützung zum Aufbau eines digitalen Standbeins, das ihnen helfen kann, die Effekte der Krise abzumildern.

Grund für die anhaltend ernste Lage des Mittelstands sind vor allem mangelnde Nachfrage (laut 48 Prozent der Befragten) sowie fehlende Liquidität (laut 42 Prozent der Befragten). Diese Ergebnisse zeigen, dass die Krise trotz der Wiedereröffnung vieler KMU für Unternehmerinnen und Unternehmer noch nicht ausgestanden ist. Durchschnittlich ein Viertel (25 Prozent) der KMU erhält finanzielle Hilfen, meist von staatlicher Seite. Es gilt weiterhin, Kundenkontakte aufrechtzuerhalten und neue Zielgruppen zu erschließen, um die bestehenden Lücken in Nachfrage und Liquidität überbrücken zu können. 

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: https://dataforgood.fb.com/wp-content/uploads/2020/08/State-of-Small-Business-Report-Wave-II.pdf 

Bericht Juli: 

  • Digital aufgestellte Unternehmen sind zuversichtlich 

  • Entlassungen in verbraucherorientierten Branchen

  • Hoher Finanzierungsbedarf

Die Befragung zeigt, dass deutsche Unternehmen mit einer Online-Präsenz in der Krise gut aufgestellt sind. Ein Drittel der Befragten erklärt, dass mindestens 25 Prozent ihrer Einnahmen über digitale Kanäle generiert werden konnten. Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass deutsche Unternehmen noch Nachholbedarf haben. Kleinunternehmen in europäischen Nachbarländern sind hier schon weiter und erzielen bereits einen viel höheren Teil ihres Umsatzes über digitale Kanäle.

Darüber hinaus bestätigen die Ergebnisse auch langfristige Auswirkungen der Krise: 65 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Einnahmen in diesem Jahr deutlich niedriger als im Vorjahr sind. Ganze 20 Prozent rechnet damit, dass der Cash Flow in den nächsten Monaten nicht gewährleistet sein wird. Und ein Fünftel (23 Prozent) gab an, dass sie wegen der unsicheren Lage gezwungen sind, die Anzahl der Mitarbeiter zu reduzieren. Aber dennoch zeigen die Befragten sich positiv: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) ist mit Blick auf die Zukunft des eigenen Unternehmens zuversichtlich.

Hier finden Sie den vollständigen Bericht: https://dataforgood.fb.com/wp-content/uploads/2020/07/GlobalStateofSmallBusinessReport.pdf



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