{"id":9444,"date":"2018-06-21T08:04:19","date_gmt":"2018-06-21T07:04:19","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newsroom.fb.com\/?p=9444"},"modified":"2018-06-21T08:04:19","modified_gmt":"2018-06-21T07:04:19","slug":"hard-questions-wie-sollte-mit-der-online-identitaet-von-verstorbenen-umgegangen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2018\/06\/hard-questions-wie-sollte-mit-der-online-identitaet-von-verstorbenen-umgegangen-werden\/","title":{"rendered":"Hard Questions: Wie sollte mit der Online-Identit\u00e4t von Verstorbenen umgegangen werden?"},"content":{"rendered":"<p><em>Von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/mbickert1\">Monika Bickert<\/a>, <\/em><i>Vice President of Public Policy<\/i><br \/>\n(Ver\u00f6ffentlichung des urspr\u00fcnglichen <a href=\"https:\/\/newsroom.fb.com\/news\/2017\/08\/what-should-happen-to-online-identity\/\">Beitrags <\/a>am 18 August 2017)<\/p>\n<p>In den Tagen nach dem Tod meines Mannes habe ich ihm immer wieder SMS-Nachrichten geschickt. Sein Handy lag ungeladen auf meinem Nachttisch, nur ein paar Meter von mir entfernt, und ich wusste, dass niemand die Worte lesen w\u00fcrde, die ich schrieb \u2013 aber ich schrieb trotzdem weiter. Ich brauchte das Gef\u00fchl, noch mit ihm verbunden zu sein. Als ich im Bett sa\u00df und Nachrichten schickte, wusste ich, dass auf meinem Handy auch aktuelle Fotos von Phil waren, die ihn l\u00e4chelnd mit unseren T\u00f6chtern zeigen, und ein Video, auf dem er mit seinem Bruder scherzt, kurz bevor ich ihn ins Krankenhaus brachte. Aber diese sah ich mir nicht an, weil das zu schmerzhaft gewesen w\u00e4re. Stattdessen schrieb ich ihm einfach weiter und tat so, als w\u00fcrde er meine Nachrichten erhalten und bald zur\u00fcckschreiben.<\/p>\n<p>Wenn wir jemanden verlieren, den wir lieben, versp\u00fcren wir oft das verzweifelte Bed\u00fcrfnis, uns mit ihm auf jede erdenkliche Weise zu verbinden. In solchen Momenten k\u00f6nnen unsere Handys, das Internet und soziale Medien manchmal ein Zufluchtsort sein. Wir k\u00f6nnen mit unseren Lieben reden, wie ich es tat, oder wenn wir bereit sind, uns den Erinnerungen zu stellen: in alten E-Mails, Fotos, Videos und Beitr\u00e4gen schwelgen. Mit einer Einfachheit, die vor 20 Jahren undenkbar war, k\u00f6nnen wir heute unsere Lieben h\u00f6ren und sehen, nachdem sie verschieden sind, und wir k\u00f6nnen diese Erinnerungen mit anderen Trauernden teilen.<\/p>\n<p>Aber es gibt auch Momente, in denen die Online-Welt den Verlust noch schmerzhafter macht. Erinnerungen an unsere Lieben sind \u00fcberall und jede Erinnerung ist eine erneute Bekr\u00e4ftigung ihres Todes. Noch Monate, nachdem Phil gestorben war, weinte ich jedes Mal, wenn von Amazon ihn in einer E-Mail dazu aufforderte, seine regelm\u00e4\u00dfige Lieferung gebrauchter Kriminalromane zu bestellen, oder wenn eine Nachricht aus seiner Apotheke ihn daran erinnerte, dass seine Chemotherapie zur Abholung bereit sei. Ich halte noch immer inne, wenn ich mich bei Facebook einlogge und sehe, dass ein alter Beitrag von mir wieder aufgetaucht ist. Ich f\u00fcrchte, es k\u00f6nnte einer der vielen sein, die ich mit Freunden im Laufe von Phils Kampf gegen den Krebs geteilt habe. Dort hatte ich seine Fortschritte im Detail beschrieben und immer wieder unseren naiven Glauben kundgetan, er w\u00fcrde aller Prognosen zum Trotz den Krebs besiegen.<\/p>\n<p>Abh\u00e4ngig von den Umst\u00e4nden des Todes einer Person k\u00f6nnen diese Online-Erinnerungen \u00fcberw\u00e4ltigend sein. Eine Mutter, die ihre Tochter durch h\u00e4usliche Gewalt verloren hat, k\u00f6nnte zusammenbrechen, wenn sie online pl\u00f6tzlich mit Fotos vom Hochzeitstag ihrer Tochter konfrontiert wird. Ein Student, der eine Geburtstagserinnerung f\u00fcr einen Mitbewohner erh\u00e4lt, der Selbstmord begangen hat, k\u00f6nnte bei dem Gedanken Trauer empfinden, wie viel Liebe und Aufmerksamkeit dem Verstorbenen zuteil geworden w\u00e4re, wenn er noch am Leben w\u00e4re.<\/p>\n<p><b>Unser Ansatz bei Facebook<\/b><br \/>\nWenn Menschen nach einem pers\u00f6nlichen Verlust Facebook nutzen, m\u00f6chten wir, dass sie sich wohlf\u00fchlen, anstatt zu leiden. Deshalb senden wir keine Geburtstagserinnerungen mehr, sobald wir wissen, dass ein Nutzer verstorben ist. Au\u00dferdem sind wir bem\u00fcht, es den \u00fcberlebenden Familienmitgliedern leicht zu machen, mit uns Kontakt aufzunehmen.<\/p>\n<p>Allzu oft ist es jedoch schwierig f\u00fcr uns zu wissen, was wir mit dem Konto eines Verstorbenen tun sollen. Was machen wir zum Beispiel mit dem Konto einer verstorbenen jungen Frau, wenn einer ihrer Eltern das Konto l\u00f6schen m\u00f6chte, der andere es jedoch zum Gedenken f\u00fcr Freunde und Familie erhalten will? Woher wissen wir, was die Tochter gewollt h\u00e4tte? Und was sollen wir tun, wenn die Eltern die privaten Nachrichten zwischen der Tochter und ihren Freunden sehen wollen \u2013 Freunde, die noch am Leben sind und etwas dagegen haben k\u00f6nnten, dass ihre Nachrichten \u00f6ffentlich gemacht werden?<\/p>\n<p>Diese Fragen \u2013 wie man die gegens\u00e4tzlichen Interessen der \u00dcberlebenden abw\u00e4gt, die W\u00fcnsche der Verstorbenen in Erfahrung bringt und die Privatsph\u00e4re Dritter sch\u00fctzt \u2013 geh\u00f6ren zu den schwierigsten, mit denen wir uns auseinandersetzen m\u00fcssen, und wir haben noch immer keine allumfassende, \u201eperfekte L\u00f6sung\u201c, sofern es diese \u00fcberhaupt gibt. Gesetze m\u00f6gen Klarheit schaffen, aber oft tun sie dies nicht. In vielen L\u00e4ndern ber\u00fccksichtigen die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Erbschaft von Verm\u00f6genswerten an \u00fcberlebende Familienmitglieder keine digitalen Verm\u00f6genswerte wie soziale Medien oder E-Mail-Konten. Wir m\u00f6chten unseren Teil dazu beitragen, diese Situation f\u00fcr alle leichter zu machen.<\/p>\n<p><b>Die W\u00fcnsche der Verstorbenen respektieren<\/b><br \/>\nWo es das Gesetz erlaubt, versuchen wir, die W\u00fcnsche der Verstorbenen zu respektieren. Manchmal wissen wir aber einfach nicht, was die Person gewollt h\u00e4tte. Wenn eine hinterbliebene Ehepartnerin uns bittet, sie als Freundin in das Profil ihres verstorbenen Mannes aufzunehmen, damit sie seine Fotos und Beitr\u00e4ge sehen kann, woher wissen wir dann, ob es das ist, was ihr Mann gewollt h\u00e4tte? Gibt es einen Grund, warum sie vorher keine Facebook-Freunde waren? Und wie w\u00e4re es zu bewerten, falls sie ihm zu Lebzeiten eine Freundschaftsanfrage geschickt hat, die er ablehnte? Was, wenn die Frau bis zum Tod ihres Mannes nie auf Facebook gewesen w\u00e4re?<\/p>\n<p>Wenn wir nicht wissen, was ein Verstorbener gewollt h\u00e4tte, versuchen wir, das Konto genau so zu belassen, wie es der Verstorbene zur\u00fcckgelassen hat. Wenn wir vom Tod eines Nutzers erfahren, f\u00fcgen wir standardm\u00e4\u00dfig \u201eIn Erinnerung an\u201c \u00fcber dem Namen im Profil der Person hinzu, um klarzustellen, dass das Konto nun ein Ort der Erinnerung ist. Au\u00dferdem werden alle neuen Versuche, sich in das Konto einzuloggen, blockiert. Sobald wir ein Konto in den Gedenkzustand versetzt haben, bleibt das Profil auf Facebook erhalten und ist f\u00fcr alle Menschen sichtbar, die es sehen konnten, bevor das Profil in den Gedenkzustand versetzt wurde. Wir entfernen oder \u00e4ndern nichts. Auf diese Weise respektieren wir die Entscheidungen, die unsere Nutzer zu Lebzeiten getroffen haben.<\/p>\n<p>Standardm\u00e4\u00dfig werden die Konten Verstorbener in den Gedenkzustand versetzt, damit sie den Hinterbliebenen und Freunden als digitale Orte der Erinnerung dienen. Uns ist jedoch bewusst, dass manche Menschen nicht wollen, dass ihr Konto auf diese Weise erhalten bleibt. Manche Nutzer ziehen es vor, dass wir ihr Profil l\u00f6schen. Aus diesem Grund geben wir den Menschen die M\u00f6glichkeit, uns mitzuteilen, dass sie ihr Konto nach ihrem Tod dauerhaft l\u00f6schen lassen wollen. In manchen F\u00e4llen l\u00f6schen wir auch Profile, wenn die n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen uns sagen, dass der Verstorbene das Konto lieber gel\u00f6scht h\u00e4tte, anstatt es als Gedenkort weiterzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Andere Menschen m\u00f6chten eventuell, dass ein Freund oder ein Familienmitglied nach ihrem Tod ihr Profil als Gedenkst\u00e4tte verwalten kann. Deshalb haben wir im Jahr 2015 die M\u00f6glichkeit geschaffen, einen Nachlasskontakt zu w\u00e4hlen. Ein Nachlasskontakt ist ein Familienmitglied oder Freund, der bestimmte Funktionen auf Deinem Konto verwalten kann, wenn Du stirbst, wie z. B. Profilbilder \u00e4ndern, Freundschaftsanfragen annehmen oder Beitr\u00e4ge oben in der Chronik des Profils fixieren. Der Kontakt kann sich auch daf\u00fcr entscheiden, Dein Konto zu l\u00f6schen. Du kannst Deinem Nachlasskontakt die Erlaubnis erteilen, ein Archiv der Fotos, Beitr\u00e4ge und Profilinformationen, die du auf Facebook freigegeben hast, herunterzuladen, aber der Kontakt kann sich nicht einloggen oder Deine privaten Nachrichten lesen. In unserem <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/help\/991335594313139\">Hilfe-Center<\/a> erh\u00e4ltst Du weitere Informationen zu Nachlasskontakten und dazu, wie Du diese Deinem Konto hinzuf\u00fcgen kannst.<\/p>\n<p><b>Schutz der Privatsph\u00e4re von \u00dcberlebenden<\/b><br \/>\nSelbst wenn es klare gesetzliche Regelungen gibt und die Absicht des Verstorbenen eindeutig ist, haben wir manchmal auch andere Interessen zu ber\u00fccksichtigen. Wenn zum Beispiel ein Vater seinen jugendlichen Sohn durch Selbstmord verliert, k\u00f6nnte er die privaten Botschaften seines Sohnes lesen wollen, um zu verstehen, was sich im Leben seines Sohnes abgespielt hat. Hatte er Probleme mit seinem Studium oder Streit mit seinem Freund? So selbstverst\u00e4ndlich es erscheinen mag, dem Vater diese Botschaften zukommen zu lassen, m\u00fcssen wir auch an die Menschen denken, die mit dem Sohn Nachrichten ausgetauscht haben. Diese haben einen Anspruch darauf, dass ihre Botschaften privat bleiben.<\/p>\n<p>Obwohl solche F\u00e4lle herzzerrei\u00dfend sind, k\u00f6nnen wir in der Regel keine privaten Nachrichten auf Facebook offenlegen, ohne die Privatsph\u00e4re anderer Menschen zu beeintr\u00e4chtigen. Bei einem privaten Gespr\u00e4ch zwischen zwei Personen gehen wir davon aus, dass beide Personen die Botschaften als privat einstufen. Und selbst wenn es die Umst\u00e4nde nahelegen, private Nachrichten Familienmitgliedern zug\u00e4nglich zu machen, k\u00f6nnen Gesetze uns daran hindern.<\/p>\n<p><b>Ein andauernder Lernprozess<\/b><br \/>\nTrotz unserer Bem\u00fchungen, die W\u00fcnsche der Verstorbenen und \u00dcberlebenden zu respektieren, kommt es immer wieder zu schwierigen Situationen, in denen wir die Menschen eventuell entt\u00e4uschen.<\/p>\n<p>Und selbst, wenn uns die W\u00fcnsche der Verstorbenen im Detail bekannt sind und wir im Sinne ihrer Angeh\u00f6rigen darauf eingehen k\u00f6nnen, wissen wir, dass unser Handeln keinen gro\u00dfen Trost spenden kann. Wie ich aus eigener Erfahrung wei\u00df, geht Trauer nicht schnell und still vor\u00fcber. Fast ein Jahr nach dem Tod von Phil bin ich noch immer beklemmt, wenn ich mir alte Fotos auf meinem Handy anschaue. Einige dieser Fotos \u2013 wie die, die ich von Phil im Krankenhaus unter der f\u00e4lschlichen Annahme machte, wir w\u00fcrden am n\u00e4chsten Tag gemeinsam nach Hause gehen \u2013 bewegen mich zu Tr\u00e4nen.<\/p>\n<p>Aber andere, wie das, wo er am Vatertag mit unseren T\u00f6chtern stolz im Garten steht, bringen mich wiederum zum L\u00e4cheln. Diese Gl\u00fccksmomente, wie kurz sie auch sein m\u00f6gen, zeigen mir, dass Erinnerungen an unsere Lieben nicht zwangsl\u00e4ufig Erinnerungen an den Verlust sein m\u00fcssen. Und dies wiederum gibt mir die Hoffnung, dass soziale Medien und der Rest unserer Online-Welt nicht unbedingt Schmerz hervorrufen m\u00fcssen, sondern letztendlich unsere Trauer lindern k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Monika Bickert, Vice President of Public Policy (Ver\u00f6ffentlichung des urspr\u00fcnglichen Beitrags am 18 August 2017) In den Tagen nach dem Tod meines Mannes habe ich ihm immer wieder SMS-Nachrichten geschickt. Sein Handy lag ungeladen auf meinem Nachttisch, nur ein paar Meter von mir entfernt, und ich wusste, dass niemand die Worte lesen w\u00fcrde, die ich schrieb \u2013 aber ich schrieb trotzdem weiter. Ich brauchte das Gef\u00fchl, noch mit ihm verbunden zu sein. Als ich im Bett sa\u00df und Nachrichten schickte, wusste ich, dass auf meinem Handy auch aktuelle Fotos von Phil waren, die ihn l\u00e4chelnd mit unseren T\u00f6chtern zeigen, und ein Video, auf dem er mit seinem Bruder scherzt, kurz bevor ich ihn ins Krankenhaus brachte. Aber diese sah ich mir nicht an, weil das zu schmerzhaft gewesen w\u00e4re. Stattdessen schrieb ich ihm einfach weiter und tat so, als w\u00fcrde er meine Nachrichten erhalten und bald zur\u00fcckschreiben. Wenn wir jemanden verlieren, den wir lieben, versp\u00fcren wir oft das verzweifelte Bed\u00fcrfnis, uns mit ihm auf jede erdenkliche Weise zu verbinden. In solchen Momenten k\u00f6nnen unsere Handys, das Internet und soziale Medien manchmal ein Zufluchtsort sein. Wir k\u00f6nnen mit unseren Lieben reden, wie ich es tat, oder wenn wir bereit sind, uns den Erinnerungen zu stellen: in alten E-Mails, Fotos, Videos und Beitr\u00e4gen schwelgen. Mit einer Einfachheit, die vor 20 Jahren undenkbar war, k\u00f6nnen wir heute unsere Lieben h\u00f6ren und sehen, nachdem sie verschieden sind, und wir k\u00f6nnen diese Erinnerungen mit anderen Trauernden teilen. Aber es gibt auch Momente, in denen die Online-Welt den Verlust noch schmerzhafter macht. Erinnerungen an unsere Lieben sind \u00fcberall und jede Erinnerung ist eine erneute Bekr\u00e4ftigung ihres Todes. Noch Monate, nachdem Phil gestorben war, weinte ich jedes Mal, wenn von Amazon ihn in einer E-Mail dazu aufforderte, seine regelm\u00e4\u00dfige Lieferung gebrauchter Kriminalromane zu bestellen, oder wenn eine Nachricht aus seiner Apotheke ihn daran erinnerte, dass seine Chemotherapie zur Abholung bereit sei. Ich halte noch immer inne, wenn ich mich bei Facebook einlogge und sehe, dass ein alter Beitrag von mir wieder aufgetaucht ist. Ich f\u00fcrchte, es k\u00f6nnte einer der vielen sein, die ich mit Freunden im Laufe von Phils Kampf gegen den Krebs geteilt habe. Dort hatte ich seine Fortschritte im Detail beschrieben und immer wieder unseren naiven Glauben kundgetan, er w\u00fcrde aller Prognosen zum Trotz den Krebs besiegen. Abh\u00e4ngig von den Umst\u00e4nden des Todes einer Person k\u00f6nnen diese Online-Erinnerungen \u00fcberw\u00e4ltigend sein. Eine Mutter, die ihre Tochter durch h\u00e4usliche Gewalt verloren hat, k\u00f6nnte zusammenbrechen, wenn sie online pl\u00f6tzlich mit Fotos vom Hochzeitstag ihrer Tochter konfrontiert wird. Ein Student, der eine Geburtstagserinnerung f\u00fcr einen Mitbewohner erh\u00e4lt, der Selbstmord begangen hat, k\u00f6nnte bei dem Gedanken Trauer empfinden, wie viel Liebe und Aufmerksamkeit dem Verstorbenen zuteil geworden w\u00e4re, wenn er noch am Leben w\u00e4re. Unser Ansatz bei Facebook Wenn Menschen nach einem pers\u00f6nlichen Verlust Facebook nutzen, m\u00f6chten wir, dass sie sich wohlf\u00fchlen, anstatt zu leiden. Deshalb senden wir keine Geburtstagserinnerungen mehr, sobald wir wissen, dass ein Nutzer verstorben ist. Au\u00dferdem sind wir bem\u00fcht, es den \u00fcberlebenden Familienmitgliedern leicht zu machen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Allzu oft ist es jedoch schwierig f\u00fcr uns zu wissen, was wir mit dem Konto eines Verstorbenen tun sollen. Was machen wir zum Beispiel mit dem Konto einer verstorbenen jungen Frau, wenn einer ihrer Eltern das Konto l\u00f6schen m\u00f6chte, der andere es jedoch zum Gedenken f\u00fcr Freunde und Familie erhalten will? Woher wissen wir, was die Tochter gewollt h\u00e4tte? Und was sollen wir tun, wenn die Eltern die privaten Nachrichten zwischen der Tochter und ihren Freunden sehen wollen \u2013 Freunde, die noch am Leben sind und etwas dagegen haben k\u00f6nnten, dass ihre Nachrichten \u00f6ffentlich gemacht werden? Diese Fragen \u2013 wie man die gegens\u00e4tzlichen Interessen der \u00dcberlebenden abw\u00e4gt, die W\u00fcnsche der Verstorbenen in Erfahrung bringt und die Privatsph\u00e4re Dritter sch\u00fctzt \u2013 geh\u00f6ren zu den schwierigsten, mit denen wir uns auseinandersetzen m\u00fcssen, und wir haben noch immer keine allumfassende, \u201eperfekte L\u00f6sung\u201c, sofern es diese \u00fcberhaupt gibt. Gesetze m\u00f6gen Klarheit schaffen, aber oft tun sie dies nicht. In vielen L\u00e4ndern ber\u00fccksichtigen die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Erbschaft von Verm\u00f6genswerten an \u00fcberlebende Familienmitglieder keine digitalen Verm\u00f6genswerte wie soziale Medien oder E-Mail-Konten. Wir m\u00f6chten unseren Teil dazu beitragen, diese Situation f\u00fcr alle leichter zu machen. Die W\u00fcnsche der Verstorbenen respektieren Wo es das Gesetz erlaubt, versuchen wir, die W\u00fcnsche der Verstorbenen zu respektieren. Manchmal wissen wir aber einfach nicht, was die Person gewollt h\u00e4tte. Wenn eine hinterbliebene Ehepartnerin uns bittet, sie als Freundin in das Profil ihres verstorbenen Mannes aufzunehmen, damit sie seine Fotos und Beitr\u00e4ge sehen kann, woher wissen wir dann, ob es das ist, was ihr Mann gewollt h\u00e4tte? Gibt es einen Grund, warum sie vorher keine Facebook-Freunde waren? Und wie w\u00e4re es zu bewerten, falls sie ihm zu Lebzeiten eine Freundschaftsanfrage geschickt hat, die er ablehnte? Was, wenn die Frau bis zum Tod ihres Mannes nie auf Facebook gewesen w\u00e4re? Wenn wir nicht wissen, was ein Verstorbener gewollt h\u00e4tte, versuchen wir, das Konto genau so zu belassen, wie es der Verstorbene zur\u00fcckgelassen hat. Wenn wir vom Tod eines Nutzers erfahren, f\u00fcgen wir standardm\u00e4\u00dfig \u201eIn Erinnerung an\u201c \u00fcber dem Namen im Profil der Person hinzu, um klarzustellen, dass das Konto nun ein Ort der Erinnerung ist. Au\u00dferdem werden alle neuen Versuche, sich in das Konto einzuloggen, blockiert. Sobald wir ein Konto in den Gedenkzustand versetzt haben, bleibt das Profil auf Facebook erhalten und ist f\u00fcr alle Menschen sichtbar, die es sehen konnten, bevor das Profil in den Gedenkzustand versetzt wurde. Wir entfernen oder \u00e4ndern nichts. Auf diese Weise respektieren wir die Entscheidungen, die unsere Nutzer zu Lebzeiten getroffen haben. Standardm\u00e4\u00dfig werden die Konten Verstorbener in den Gedenkzustand versetzt, damit sie den Hinterbliebenen und Freunden als digitale Orte der Erinnerung dienen. Uns ist jedoch bewusst, dass manche Menschen nicht wollen, dass ihr Konto auf diese Weise erhalten bleibt. Manche Nutzer ziehen es vor, dass wir ihr Profil l\u00f6schen. Aus diesem Grund geben wir den Menschen die M\u00f6glichkeit, uns mitzuteilen, dass sie ihr Konto nach ihrem Tod dauerhaft l\u00f6schen lassen wollen. In manchen F\u00e4llen l\u00f6schen wir auch Profile, wenn die n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen uns sagen, dass der Verstorbene das Konto lieber gel\u00f6scht h\u00e4tte, anstatt es als Gedenkort weiterzuf\u00fchren. Andere Menschen m\u00f6chten eventuell, dass ein Freund oder ein Familienmitglied nach ihrem Tod ihr Profil als Gedenkst\u00e4tte verwalten kann. Deshalb haben wir im Jahr 2015 die M\u00f6glichkeit geschaffen, einen Nachlasskontakt zu w\u00e4hlen. Ein Nachlasskontakt ist ein Familienmitglied oder Freund, der bestimmte Funktionen auf Deinem Konto verwalten kann, wenn Du stirbst, wie z. B. Profilbilder \u00e4ndern, Freundschaftsanfragen annehmen oder Beitr\u00e4ge oben in der Chronik des Profils fixieren. Der Kontakt kann sich auch daf\u00fcr entscheiden, Dein Konto zu l\u00f6schen. Du kannst Deinem Nachlasskontakt die Erlaubnis erteilen, ein Archiv der Fotos, Beitr\u00e4ge und Profilinformationen, die du auf Facebook freigegeben hast, herunterzuladen, aber der Kontakt kann sich nicht einloggen oder Deine privaten Nachrichten lesen. In unserem Hilfe-Center erh\u00e4ltst Du weitere Informationen zu Nachlasskontakten und dazu, wie Du diese Deinem Konto hinzuf\u00fcgen kannst. Schutz der Privatsph\u00e4re von \u00dcberlebenden Selbst wenn es klare gesetzliche Regelungen gibt und die Absicht des Verstorbenen eindeutig ist, haben wir manchmal auch andere Interessen zu ber\u00fccksichtigen. Wenn zum Beispiel ein Vater seinen jugendlichen Sohn durch Selbstmord verliert, k\u00f6nnte er die privaten Botschaften seines Sohnes lesen wollen, um zu verstehen, was sich im Leben seines Sohnes abgespielt hat. Hatte er Probleme mit seinem Studium oder Streit mit seinem Freund? So selbstverst\u00e4ndlich es erscheinen mag, dem Vater diese Botschaften zukommen zu lassen, m\u00fcssen wir auch an die Menschen denken, die mit dem Sohn Nachrichten ausgetauscht haben. Diese haben einen Anspruch darauf, dass ihre Botschaften privat bleiben. Obwohl solche F\u00e4lle herzzerrei\u00dfend sind, k\u00f6nnen wir in der Regel keine privaten Nachrichten auf Facebook offenlegen, ohne die Privatsph\u00e4re anderer Menschen zu beeintr\u00e4chtigen. Bei einem privaten Gespr\u00e4ch zwischen zwei Personen gehen wir davon aus, dass beide Personen die Botschaften als privat einstufen. 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In solchen Momenten k\u00f6nnen unsere Handys, das Internet und soziale Medien manchmal ein Zufluchtsort sein. Wir k\u00f6nnen mit unseren Lieben reden, wie ich es tat, oder wenn wir bereit sind, uns den Erinnerungen zu stellen: in alten E-Mails, Fotos, Videos und Beitr\u00e4gen schwelgen. Mit einer Einfachheit, die vor 20 Jahren undenkbar war, k\u00f6nnen wir heute unsere Lieben h\u00f6ren und sehen, nachdem sie verschieden sind, und wir k\u00f6nnen diese Erinnerungen mit anderen Trauernden teilen. Aber es gibt auch Momente, in denen die Online-Welt den Verlust noch schmerzhafter macht. Erinnerungen an unsere Lieben sind \u00fcberall und jede Erinnerung ist eine erneute Bekr\u00e4ftigung ihres Todes. Noch Monate, nachdem Phil gestorben war, weinte ich jedes Mal, wenn von Amazon ihn in einer E-Mail dazu aufforderte, seine regelm\u00e4\u00dfige Lieferung gebrauchter Kriminalromane zu bestellen, oder wenn eine Nachricht aus seiner Apotheke ihn daran erinnerte, dass seine Chemotherapie zur Abholung bereit sei. Ich halte noch immer inne, wenn ich mich bei Facebook einlogge und sehe, dass ein alter Beitrag von mir wieder aufgetaucht ist. Ich f\u00fcrchte, es k\u00f6nnte einer der vielen sein, die ich mit Freunden im Laufe von Phils Kampf gegen den Krebs geteilt habe. Dort hatte ich seine Fortschritte im Detail beschrieben und immer wieder unseren naiven Glauben kundgetan, er w\u00fcrde aller Prognosen zum Trotz den Krebs besiegen. Abh\u00e4ngig von den Umst\u00e4nden des Todes einer Person k\u00f6nnen diese Online-Erinnerungen \u00fcberw\u00e4ltigend sein. Eine Mutter, die ihre Tochter durch h\u00e4usliche Gewalt verloren hat, k\u00f6nnte zusammenbrechen, wenn sie online pl\u00f6tzlich mit Fotos vom Hochzeitstag ihrer Tochter konfrontiert wird. Ein Student, der eine Geburtstagserinnerung f\u00fcr einen Mitbewohner erh\u00e4lt, der Selbstmord begangen hat, k\u00f6nnte bei dem Gedanken Trauer empfinden, wie viel Liebe und Aufmerksamkeit dem Verstorbenen zuteil geworden w\u00e4re, wenn er noch am Leben w\u00e4re. Unser Ansatz bei Facebook Wenn Menschen nach einem pers\u00f6nlichen Verlust Facebook nutzen, m\u00f6chten wir, dass sie sich wohlf\u00fchlen, anstatt zu leiden. Deshalb senden wir keine Geburtstagserinnerungen mehr, sobald wir wissen, dass ein Nutzer verstorben ist. Au\u00dferdem sind wir bem\u00fcht, es den \u00fcberlebenden Familienmitgliedern leicht zu machen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Allzu oft ist es jedoch schwierig f\u00fcr uns zu wissen, was wir mit dem Konto eines Verstorbenen tun sollen. Was machen wir zum Beispiel mit dem Konto einer verstorbenen jungen Frau, wenn einer ihrer Eltern das Konto l\u00f6schen m\u00f6chte, der andere es jedoch zum Gedenken f\u00fcr Freunde und Familie erhalten will? Woher wissen wir, was die Tochter gewollt h\u00e4tte? Und was sollen wir tun, wenn die Eltern die privaten Nachrichten zwischen der Tochter und ihren Freunden sehen wollen \u2013 Freunde, die noch am Leben sind und etwas dagegen haben k\u00f6nnten, dass ihre Nachrichten \u00f6ffentlich gemacht werden? Diese Fragen \u2013 wie man die gegens\u00e4tzlichen Interessen der \u00dcberlebenden abw\u00e4gt, die W\u00fcnsche der Verstorbenen in Erfahrung bringt und die Privatsph\u00e4re Dritter sch\u00fctzt \u2013 geh\u00f6ren zu den schwierigsten, mit denen wir uns auseinandersetzen m\u00fcssen, und wir haben noch immer keine allumfassende, \u201eperfekte L\u00f6sung\u201c, sofern es diese \u00fcberhaupt gibt. Gesetze m\u00f6gen Klarheit schaffen, aber oft tun sie dies nicht. In vielen L\u00e4ndern ber\u00fccksichtigen die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Erbschaft von Verm\u00f6genswerten an \u00fcberlebende Familienmitglieder keine digitalen Verm\u00f6genswerte wie soziale Medien oder E-Mail-Konten. Wir m\u00f6chten unseren Teil dazu beitragen, diese Situation f\u00fcr alle leichter zu machen. Die W\u00fcnsche der Verstorbenen respektieren Wo es das Gesetz erlaubt, versuchen wir, die W\u00fcnsche der Verstorbenen zu respektieren. Manchmal wissen wir aber einfach nicht, was die Person gewollt h\u00e4tte. Wenn eine hinterbliebene Ehepartnerin uns bittet, sie als Freundin in das Profil ihres verstorbenen Mannes aufzunehmen, damit sie seine Fotos und Beitr\u00e4ge sehen kann, woher wissen wir dann, ob es das ist, was ihr Mann gewollt h\u00e4tte? Gibt es einen Grund, warum sie vorher keine Facebook-Freunde waren? Und wie w\u00e4re es zu bewerten, falls sie ihm zu Lebzeiten eine Freundschaftsanfrage geschickt hat, die er ablehnte? Was, wenn die Frau bis zum Tod ihres Mannes nie auf Facebook gewesen w\u00e4re? Wenn wir nicht wissen, was ein Verstorbener gewollt h\u00e4tte, versuchen wir, das Konto genau so zu belassen, wie es der Verstorbene zur\u00fcckgelassen hat. Wenn wir vom Tod eines Nutzers erfahren, f\u00fcgen wir standardm\u00e4\u00dfig \u201eIn Erinnerung an\u201c \u00fcber dem Namen im Profil der Person hinzu, um klarzustellen, dass das Konto nun ein Ort der Erinnerung ist. Au\u00dferdem werden alle neuen Versuche, sich in das Konto einzuloggen, blockiert. Sobald wir ein Konto in den Gedenkzustand versetzt haben, bleibt das Profil auf Facebook erhalten und ist f\u00fcr alle Menschen sichtbar, die es sehen konnten, bevor das Profil in den Gedenkzustand versetzt wurde. Wir entfernen oder \u00e4ndern nichts. Auf diese Weise respektieren wir die Entscheidungen, die unsere Nutzer zu Lebzeiten getroffen haben. Standardm\u00e4\u00dfig werden die Konten Verstorbener in den Gedenkzustand versetzt, damit sie den Hinterbliebenen und Freunden als digitale Orte der Erinnerung dienen. Uns ist jedoch bewusst, dass manche Menschen nicht wollen, dass ihr Konto auf diese Weise erhalten bleibt. Manche Nutzer ziehen es vor, dass wir ihr Profil l\u00f6schen. Aus diesem Grund geben wir den Menschen die M\u00f6glichkeit, uns mitzuteilen, dass sie ihr Konto nach ihrem Tod dauerhaft l\u00f6schen lassen wollen. In manchen F\u00e4llen l\u00f6schen wir auch Profile, wenn die n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen uns sagen, dass der Verstorbene das Konto lieber gel\u00f6scht h\u00e4tte, anstatt es als Gedenkort weiterzuf\u00fchren. Andere Menschen m\u00f6chten eventuell, dass ein Freund oder ein Familienmitglied nach ihrem Tod ihr Profil als Gedenkst\u00e4tte verwalten kann. Deshalb haben wir im Jahr 2015 die M\u00f6glichkeit geschaffen, einen Nachlasskontakt zu w\u00e4hlen. Ein Nachlasskontakt ist ein Familienmitglied oder Freund, der bestimmte Funktionen auf Deinem Konto verwalten kann, wenn Du stirbst, wie z. B. Profilbilder \u00e4ndern, Freundschaftsanfragen annehmen oder Beitr\u00e4ge oben in der Chronik des Profils fixieren. Der Kontakt kann sich auch daf\u00fcr entscheiden, Dein Konto zu l\u00f6schen. Du kannst Deinem Nachlasskontakt die Erlaubnis erteilen, ein Archiv der Fotos, Beitr\u00e4ge und Profilinformationen, die du auf Facebook freigegeben hast, herunterzuladen, aber der Kontakt kann sich nicht einloggen oder Deine privaten Nachrichten lesen. In unserem Hilfe-Center erh\u00e4ltst Du weitere Informationen zu Nachlasskontakten und dazu, wie Du diese Deinem Konto hinzuf\u00fcgen kannst. Schutz der Privatsph\u00e4re von \u00dcberlebenden Selbst wenn es klare gesetzliche Regelungen gibt und die Absicht des Verstorbenen eindeutig ist, haben wir manchmal auch andere Interessen zu ber\u00fccksichtigen. Wenn zum Beispiel ein Vater seinen jugendlichen Sohn durch Selbstmord verliert, k\u00f6nnte er die privaten Botschaften seines Sohnes lesen wollen, um zu verstehen, was sich im Leben seines Sohnes abgespielt hat. Hatte er Probleme mit seinem Studium oder Streit mit seinem Freund? So selbstverst\u00e4ndlich es erscheinen mag, dem Vater diese Botschaften zukommen zu lassen, m\u00fcssen wir auch an die Menschen denken, die mit dem Sohn Nachrichten ausgetauscht haben. Diese haben einen Anspruch darauf, dass ihre Botschaften privat bleiben. Obwohl solche F\u00e4lle herzzerrei\u00dfend sind, k\u00f6nnen wir in der Regel keine privaten Nachrichten auf Facebook offenlegen, ohne die Privatsph\u00e4re anderer Menschen zu beeintr\u00e4chtigen. Bei einem privaten Gespr\u00e4ch zwischen zwei Personen gehen wir davon aus, dass beide Personen die Botschaften als privat einstufen. Und selbst wenn es die Umst\u00e4nde nahelegen, private Nachrichten Familienmitgliedern zug\u00e4nglich zu machen, k\u00f6nnen Gesetze uns daran hindern. Ein andauernder Lernprozess Trotz unserer Bem\u00fchungen, die W\u00fcnsche der Verstorbenen und \u00dcberlebenden zu respektieren, kommt es immer wieder zu schwierigen Situationen, in denen wir die Menschen eventuell entt\u00e4uschen. Und selbst, wenn uns die W\u00fcnsche der Verstorbenen im Detail bekannt sind und wir im Sinne ihrer Angeh\u00f6rigen darauf eingehen k\u00f6nnen, wissen wir, dass unser Handeln keinen gro\u00dfen Trost spenden kann. Wie ich aus eigener Erfahrung wei\u00df, geht Trauer nicht schnell und still vor\u00fcber. Fast ein Jahr nach dem Tod von Phil bin ich noch immer beklemmt, wenn ich mir alte Fotos auf meinem Handy anschaue. 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Sein Handy lag ungeladen auf meinem Nachttisch, nur ein paar Meter von mir entfernt, und ich wusste, dass niemand die Worte lesen w\u00fcrde, die ich schrieb \u2013 aber ich schrieb trotzdem weiter. Ich brauchte das Gef\u00fchl, noch mit ihm verbunden zu sein. Als ich im Bett sa\u00df und Nachrichten schickte, wusste ich, dass auf meinem Handy auch aktuelle Fotos von Phil waren, die ihn l\u00e4chelnd mit unseren T\u00f6chtern zeigen, und ein Video, auf dem er mit seinem Bruder scherzt, kurz bevor ich ihn ins Krankenhaus brachte. Aber diese sah ich mir nicht an, weil das zu schmerzhaft gewesen w\u00e4re. Stattdessen schrieb ich ihm einfach weiter und tat so, als w\u00fcrde er meine Nachrichten erhalten und bald zur\u00fcckschreiben. Wenn wir jemanden verlieren, den wir lieben, versp\u00fcren wir oft das verzweifelte Bed\u00fcrfnis, uns mit ihm auf jede erdenkliche Weise zu verbinden. 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Noch Monate, nachdem Phil gestorben war, weinte ich jedes Mal, wenn von Amazon ihn in einer E-Mail dazu aufforderte, seine regelm\u00e4\u00dfige Lieferung gebrauchter Kriminalromane zu bestellen, oder wenn eine Nachricht aus seiner Apotheke ihn daran erinnerte, dass seine Chemotherapie zur Abholung bereit sei. Ich halte noch immer inne, wenn ich mich bei Facebook einlogge und sehe, dass ein alter Beitrag von mir wieder aufgetaucht ist. Ich f\u00fcrchte, es k\u00f6nnte einer der vielen sein, die ich mit Freunden im Laufe von Phils Kampf gegen den Krebs geteilt habe. Dort hatte ich seine Fortschritte im Detail beschrieben und immer wieder unseren naiven Glauben kundgetan, er w\u00fcrde aller Prognosen zum Trotz den Krebs besiegen. Abh\u00e4ngig von den Umst\u00e4nden des Todes einer Person k\u00f6nnen diese Online-Erinnerungen \u00fcberw\u00e4ltigend sein. 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Und selbst wenn es die Umst\u00e4nde nahelegen, private Nachrichten Familienmitgliedern zug\u00e4nglich zu machen, k\u00f6nnen Gesetze uns daran hindern. Ein andauernder Lernprozess Trotz unserer Bem\u00fchungen, die W\u00fcnsche der Verstorbenen und \u00dcberlebenden zu respektieren, kommt es immer wieder zu schwierigen Situationen, in denen wir die Menschen eventuell entt\u00e4uschen. Und selbst, wenn uns die W\u00fcnsche der Verstorbenen im Detail bekannt sind und wir im Sinne ihrer Angeh\u00f6rigen darauf eingehen k\u00f6nnen, wissen wir, dass unser Handeln keinen gro\u00dfen Trost spenden kann. Wie ich aus eigener Erfahrung wei\u00df, geht Trauer nicht schnell und still vor\u00fcber. Fast ein Jahr nach dem Tod von Phil bin ich noch immer beklemmt, wenn ich mir alte Fotos auf meinem Handy anschaue. Einige dieser Fotos \u2013 wie die, die ich von Phil im Krankenhaus unter der f\u00e4lschlichen Annahme machte, wir w\u00fcrden am n\u00e4chsten Tag gemeinsam nach Hause gehen \u2013 bewegen mich zu Tr\u00e4nen. Aber andere, wie das, wo er am Vatertag mit unseren T\u00f6chtern stolz im Garten steht, bringen mich wiederum zum L\u00e4cheln. Diese Gl\u00fccksmomente, wie kurz sie auch sein m\u00f6gen, zeigen mir, dass Erinnerungen an unsere Lieben nicht zwangsl\u00e4ufig Erinnerungen an den Verlust sein m\u00fcssen. Und dies wiederum gibt mir die Hoffnung, dass soziale Medien und der Rest unserer Online-Welt nicht unbedingt Schmerz hervorrufen m\u00fcssen, sondern letztendlich unsere Trauer lindern k\u00f6nnen.","og_url":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2018\/06\/hard-questions-wie-sollte-mit-der-online-identitaet-von-verstorbenen-umgegangen-werden\/","og_site_name":"\u00dcber Meta","article_published_time":"2018-06-21T07:04:19+00:00","og_image":[{"width":1024,"height":576,"url":"https:\/\/about.fb.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2021\/10\/meta-social-16x9-1.jpg?resize=1024,576","type":"image\/jpeg"}],"author":"apcoworldwide","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Written by":"Meta","Est. reading time":"8 Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2018\/06\/hard-questions-wie-sollte-mit-der-online-identitaet-von-verstorbenen-umgegangen-werden\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2018\/06\/hard-questions-wie-sollte-mit-der-online-identitaet-von-verstorbenen-umgegangen-werden\/"},"author":"Facebook company","headline":"Hard Questions: Wie sollte mit der Online-Identit\u00e4t von Verstorbenen umgegangen werden?","datePublished":"2018-06-21T07:04:19+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2018\/06\/hard-questions-wie-sollte-mit-der-online-identitaet-von-verstorbenen-umgegangen-werden\/"},"wordCount":1635,"publisher":{"@id":"https:\/\/about.fb.com\/de\/#organization"},"articleSection":["Sicherheit und Privatsph\u00e4re","Unternehmensmeldungen"],"inLanguage":"de-DE"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2018\/06\/hard-questions-wie-sollte-mit-der-online-identitaet-von-verstorbenen-umgegangen-werden\/","url":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2018\/06\/hard-questions-wie-sollte-mit-der-online-identitaet-von-verstorbenen-umgegangen-werden\/","name":"Hard Questions: Wie sollte mit der Online-Identit\u00e4t von Verstorbenen umgegangen werden? 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