{"id":8387,"date":"2017-05-23T21:15:49","date_gmt":"2017-05-23T20:15:49","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newsroom.fb.com\/?p=8387"},"modified":"2017-05-23T21:15:49","modified_gmt":"2017-05-23T20:15:49","slug":"anwendung-unserer-gemeinschaftsstandards","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2017\/05\/anwendung-unserer-gemeinschaftsstandards\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Anwendung unserer Gemeinschaftsstandards"},"content":{"rendered":"<p><em>von Monika Bickert, Head of Global Policy Management bei Facebook<\/em><\/p>\n<p>Vergangenen Monat haben Menschen mehrere schreckliche Videos von syrischen Kindern in der Folge eines chemischen Waffenangriffs auf Facebook geteilt. Auf den Videos, die auch anderswo im Netz auftauchten, war zu sehen, wie die Kinder zittern, um Atem ringen und schlie\u00dflich sterben.<\/p>\n<p>Die Bilder waren zutiefst ersch\u00fctternd, und zwar so sehr, dass wir eine Warnung vorschalteten. Diese Bilder verursachten aber auch internationale Emp\u00f6rung und lenkten erneut die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der Menschen in Syrien. Die Pr\u00fcfung von Online-Material auf globaler Ebene ist komplex und anspruchsvoll, aber auch sehr wichtig! Als die Person, die diese Arbeit f\u00fcr Facebook tut, m\u00f6chte ich erkl\u00e4ren, wo wir die Grenzen ziehen.<\/p>\n<p>An einem durchschnittlichen Tag wird Facebook von \u00fcber einer Milliarde Menschen genutzt. Sie teilen Beitr\u00e4ge in Dutzenden von Sprachen \u2013 und zwar alles M\u00f6gliche von Fotos bis hin zu Live-Videos. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz davon wird uns gemeldet und anschlie\u00dfend von uns gepr\u00fcft. Das Spektrum der Anl\u00e4sse ist breit \u2013 von Mobbing und Hassrede bis hin zu Terrorismus \u2013 und komplex. Richtlinien zu entwerfen, die Menschen sch\u00fctzen und es ihnen gleichzeitig erm\u00f6glichen, sich frei auszudr\u00fccken, bedeutet, dass man stets die neuesten gesellschaftlichen Fragen versteht und wie sie sich online manifestieren. \u00dcberdies m\u00fcssen wir in der Lage sein, schnell auf Millionen von Meldungen pro Woche von Menschen auf der ganzen Welt zu reagieren.<\/p>\n<p>Und es gibt f\u00fcr die Mitarbeiter unseres Community Operations Team noch eine weitere Schwierigkeit: den Kontext zu verstehen. Es ist eine Herausforderung, die Absicht hinter einem Post zu beurteilen oder das Risiko, das in einem anderen enthalten ist. Jemand teilt beispielsweise ein drastisches Video von einem Terroranschlag. Wird es nun die Menschen dazu inspirieren, diese Gewalt nachzuahmen oder dagegen zu protestieren? Oder jemand postet einen Witz \u00fcber Selbstmord. Macht dieser Mensch nur Spa\u00df, oder ist es ein Schrei nach Hilfe?<\/p>\n<p>Im Vereinigten K\u00f6nigreich ist es beispielsweise akzeptabel, sich kritisch \u00fcber die Monarchie zu \u00e4u\u00dfern. Aber in anderen Teilen der Welt landen sie daf\u00fcr im Gef\u00e4ngnis. Gesetze k\u00f6nnen zwar Orientierung bieten, aber oftmals geht es hier um Normen und Erwartungen, was jetzt noch akzeptabel und womit schon eine Linie \u00fcberschritten ist. Die neuen M\u00f6glichkeiten, solche Nachrichten und Bilder zu teilen, k\u00f6nnen diese Spannungen schneller an die Oberfl\u00e4che bringen als fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Unser Ziel ist es, unsere Plattform sicher zu gestalten. Manche Details unserer Richtlinien teilen wir nicht immer \u00f6ffentlich, denn wir wollen Menschen nicht dazu ermutigen, Umgehungsl\u00f6sungen zu finden \u2013 aber wir ver\u00f6ffentlichen unsere Gemeinschaftsstandards, die erl\u00e4utern, was auf Facebook erlaubt ist und was nicht und warum.<\/p>\n<p>Unsere Standards k\u00f6nnen sich im Laufe der Zeit \u00e4ndern. Wir stehen im st\u00e4ndigen Dialog mit Fachleuten und lokalen Organisationen, und zwar in Bezug auf Themen wie Sicherheit f\u00fcr Kinder bis hin zu Terrorismus und Menschenrechten. Manchmal bedeutet dies, dass unser Ansatz nicht direkt logisch wirkt. So berichtete der Guardian, dass uns Experten aus dem Bereich Selbstverletzung geraten haben, Live-Videos von Selbstverletzung laufen zu lassen, damit m\u00f6glicherweise Hilfe herbeigerufen werden kann, aber sie danach zu l\u00f6schen, um eine Nachahmung zu verhindern. Als vor zwei Wochen in Georgia, USA, ein M\u00e4dchen versuchte, auf Facebook live Selbstmord zu begehen, waren ihre Freunde in der Lage, die Polizei zu benachrichtigen, die es schlie\u00dflich schaffte, rechtzeitig einzugreifen.<\/p>\n<p>Wir bem\u00fchen uns sehr, objektiv zu bleiben. Die F\u00e4lle, die wir pr\u00fcfen, sind keine einfachen F\u00e4lle: Oftmals befinden sie sich in einem Graubereich, wor\u00fcber die Menschen unterschiedlicher Meinung sind. Kunst und Pornografie sind nicht immer leicht zu unterscheiden, aber wir haben festgestellt, dass digital erzeugte Bilder von Nacktheit eher auf Pornografie hinweisen als handgefertigte Bilder \u2013 daher hat sich dies in unseren Richtlinien niedergeschlagen. Es gibt auch einen gro\u00dfen Unterschied zwischen allgemein ausgedr\u00fcckter Wut und spezifischen Aufrufen, eine benannte Person zu sch\u00e4digen \u2013 daher erlauben wir das erste, verbieten aber das zweite.<\/p>\n<p>Dieses Spannungsfeld zwischen dem Anprangern von Gewalt und ihrer F\u00f6rderung, zwischen der Freiheit zur Meinungs\u00e4u\u00dferung und dem Schutz vor Angst, zwischen der Berichterstattung und dem \u201eGaffen\u201c, wirft komplizierte Fragen auf, denn es gibt selten universelle gesetzliche Normen, die Klarheit schaffen w\u00fcrden. Unsere einzige M\u00f6glichkeit ist es, so objektiv wie m\u00f6glich zu sein, und zwar auf globaler Ebene und quer durch diverse Kontexte. Aber dennoch passiert es manchmal, dass wir eine Fehlentscheidung treffen.<\/p>\n<p>Die hypothetischen Situationen, die wir verwenden, um unsere Mitarbeiter zu schulen, sind absichtlich extrem. Sie sind so entworfen, um den Leuten, die diese Arbeit tun, zu helfen, mit den schwierigsten F\u00e4llen umzugehen. Als wir vor rund 10 Jahren unsere Gemeinschaftsstandards\u00a0ins Leben riefen, wurde noch Vieles dem pers\u00f6nlichen Ermessen der Mitarbeiter \u00fcberlassen. Aber da keine zwei Leute genau die gleichen Ansichten teilen, wie Hassrede oder Mobbing definiert ist \u2013 wobei es auch noch viele andere Probleme gibt \u2013 haben wir unsere Standards weiterentwickelt und klare Definitionen entwickelt.<\/p>\n<p>Wir stehen in der Kritik von Menschen, die mehr Zensur wollen und von Menschen, die weniger davon wollen. Das sehen wir als ein Signal, dass wir uns nicht zu weit in eine dieser beiden Richtungen neigen.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass die Leser verstehen, dass wir unsere Rolle extrem ernst nehmen. F\u00fcr viele von uns im Facebook Safety Team ist Sicherheit eine Leidenschaft, die uns schon vor unserer Arbeit bei Facebook begleitet hat: Ich selbst zum Beispiel war mehr als ein Jahrzehnt als Staatsanw\u00e4ltin t\u00e4tig, wo sich meine Ermittlungen um alles M\u00f6gliche von sexueller Ausbeutung von Kindern bis hin zu Terrorismus drehten. In unserem Team arbeiten beispielsweise auch ein Experte f\u00fcr Extremismus aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich, der ehemalige Forschungsleiter von West Points Zentrum zur Bek\u00e4mpfung von Terrorismus, ein Mitarbeiter aus einem Krisenzentrum f\u00fcr Vergewaltigungen sowie ein Lehrer.<\/p>\n<p>Wir alle wissen, dass wir mehr tun k\u00f6nnen. Im vergangenen Monat haben wir angek\u00fcndigt, dass wir weltweit weitere 3.000 Mitarbeiter f\u00fcr unser Community Operations Team einstellen werden. Es ist eine anspruchsvolle Arbeit, und wir werden noch mehr tun, um sicherzustellen, dass wir ihnen die richtige Unterst\u00fctzung geben; einerseits damit, dass es einfacher wird, schwierige Entscheidungen schneller an eine h\u00f6here Instanz zu eskalieren, und andererseits damit, dass sie auch die notwendige psychologische Unterst\u00fctzung bekommen.<\/p>\n<p>Technologie hat mehr Menschen als je zuvor die M\u00f6glichkeit gegeben, mehr und in nie dagewesenen Ma\u00dfst\u00e4ben zu kommunizieren. Wir sind der Ansicht, dass die Vorteile des Teilens die Risiken \u00fcberwiegen. Aber wir erkennen auch, dass die Gesellschaft immer noch dabei ist herauszufinden, was akzeptabel und was sch\u00e4dlich ist und dass wir bei Facebook eine wichtige Rolle in diesem Dialog spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"von Monika Bickert, Head of Global Policy Management bei Facebook Vergangenen Monat haben Menschen mehrere schreckliche Videos von syrischen Kindern in der Folge eines chemischen Waffenangriffs auf Facebook geteilt. Auf den Videos, die auch anderswo im Netz auftauchten, war zu sehen, wie die Kinder zittern, um Atem ringen und schlie\u00dflich sterben. Die Bilder waren zutiefst ersch\u00fctternd, und zwar so sehr, dass wir eine Warnung vorschalteten. Diese Bilder verursachten aber auch internationale Emp\u00f6rung und lenkten erneut die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der Menschen in Syrien. Die Pr\u00fcfung von Online-Material auf globaler Ebene ist komplex und anspruchsvoll, aber auch sehr wichtig! 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Und es gibt f\u00fcr die Mitarbeiter unseres Community Operations Team noch eine weitere Schwierigkeit: den Kontext zu verstehen. Es ist eine Herausforderung, die Absicht hinter einem Post zu beurteilen oder das Risiko, das in einem anderen enthalten ist. Jemand teilt beispielsweise ein drastisches Video von einem Terroranschlag. Wird es nun die Menschen dazu inspirieren, diese Gewalt nachzuahmen oder dagegen zu protestieren? Oder jemand postet einen Witz \u00fcber Selbstmord. Macht dieser Mensch nur Spa\u00df, oder ist es ein Schrei nach Hilfe? Im Vereinigten K\u00f6nigreich ist es beispielsweise akzeptabel, sich kritisch \u00fcber die Monarchie zu \u00e4u\u00dfern. Aber in anderen Teilen der Welt landen sie daf\u00fcr im Gef\u00e4ngnis. Gesetze k\u00f6nnen zwar Orientierung bieten, aber oftmals geht es hier um Normen und Erwartungen, was jetzt noch akzeptabel und womit schon eine Linie \u00fcberschritten ist. 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So berichtete der Guardian, dass uns Experten aus dem Bereich Selbstverletzung geraten haben, Live-Videos von Selbstverletzung laufen zu lassen, damit m\u00f6glicherweise Hilfe herbeigerufen werden kann, aber sie danach zu l\u00f6schen, um eine Nachahmung zu verhindern. Als vor zwei Wochen in Georgia, USA, ein M\u00e4dchen versuchte, auf Facebook live Selbstmord zu begehen, waren ihre Freunde in der Lage, die Polizei zu benachrichtigen, die es schlie\u00dflich schaffte, rechtzeitig einzugreifen. Wir bem\u00fchen uns sehr, objektiv zu bleiben. Die F\u00e4lle, die wir pr\u00fcfen, sind keine einfachen F\u00e4lle: Oftmals befinden sie sich in einem Graubereich, wor\u00fcber die Menschen unterschiedlicher Meinung sind. Kunst und Pornografie sind nicht immer leicht zu unterscheiden, aber wir haben festgestellt, dass digital erzeugte Bilder von Nacktheit eher auf Pornografie hinweisen als handgefertigte Bilder \u2013 daher hat sich dies in unseren Richtlinien niedergeschlagen. Es gibt auch einen gro\u00dfen Unterschied zwischen allgemein ausgedr\u00fcckter Wut und spezifischen Aufrufen, eine benannte Person zu sch\u00e4digen \u2013 daher erlauben wir das erste, verbieten aber das zweite. Dieses Spannungsfeld zwischen dem Anprangern von Gewalt und ihrer F\u00f6rderung, zwischen der Freiheit zur Meinungs\u00e4u\u00dferung und dem Schutz vor Angst, zwischen der Berichterstattung und dem \u201eGaffen\u201c, wirft komplizierte Fragen auf, denn es gibt selten universelle gesetzliche Normen, die Klarheit schaffen w\u00fcrden. Unsere einzige M\u00f6glichkeit ist es, so objektiv wie m\u00f6glich zu sein, und zwar auf globaler Ebene und quer durch diverse Kontexte. Aber dennoch passiert es manchmal, dass wir eine Fehlentscheidung treffen. Die hypothetischen Situationen, die wir verwenden, um unsere Mitarbeiter zu schulen, sind absichtlich extrem. Sie sind so entworfen, um den Leuten, die diese Arbeit tun, zu helfen, mit den schwierigsten F\u00e4llen umzugehen. 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F\u00fcr viele von uns im Facebook Safety Team ist Sicherheit eine Leidenschaft, die uns schon vor unserer Arbeit bei Facebook begleitet hat: Ich selbst zum Beispiel war mehr als ein Jahrzehnt als Staatsanw\u00e4ltin t\u00e4tig, wo sich meine Ermittlungen um alles M\u00f6gliche von sexueller Ausbeutung von Kindern bis hin zu Terrorismus drehten. In unserem Team arbeiten beispielsweise auch ein Experte f\u00fcr Extremismus aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich, der ehemalige Forschungsleiter von West Points Zentrum zur Bek\u00e4mpfung von Terrorismus, ein Mitarbeiter aus einem Krisenzentrum f\u00fcr Vergewaltigungen sowie ein Lehrer. Wir alle wissen, dass wir mehr tun k\u00f6nnen. Im vergangenen Monat haben wir angek\u00fcndigt, dass wir weltweit weitere 3.000 Mitarbeiter f\u00fcr unser Community Operations Team einstellen werden. Es ist eine anspruchsvolle Arbeit, und wir werden noch mehr tun, um sicherzustellen, dass wir ihnen die richtige Unterst\u00fctzung geben; einerseits damit, dass es einfacher wird, schwierige Entscheidungen schneller an eine h\u00f6here Instanz zu eskalieren, und andererseits damit, dass sie auch die notwendige psychologische Unterst\u00fctzung bekommen. Technologie hat mehr Menschen als je zuvor die M\u00f6glichkeit gegeben, mehr und in nie dagewesenen Ma\u00dfst\u00e4ben zu kommunizieren. Wir sind der Ansicht, dass die Vorteile des Teilens die Risiken \u00fcberwiegen. 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Das Spektrum der Anl\u00e4sse ist breit \u2013 von Mobbing und Hassrede bis hin zu Terrorismus \u2013 und komplex. Richtlinien zu entwerfen, die Menschen sch\u00fctzen und es ihnen gleichzeitig erm\u00f6glichen, sich frei auszudr\u00fccken, bedeutet, dass man stets die neuesten gesellschaftlichen Fragen versteht und wie sie sich online manifestieren. \u00dcberdies m\u00fcssen wir in der Lage sein, schnell auf Millionen von Meldungen pro Woche von Menschen auf der ganzen Welt zu reagieren. Und es gibt f\u00fcr die Mitarbeiter unseres Community Operations Team noch eine weitere Schwierigkeit: den Kontext zu verstehen. Es ist eine Herausforderung, die Absicht hinter einem Post zu beurteilen oder das Risiko, das in einem anderen enthalten ist. Jemand teilt beispielsweise ein drastisches Video von einem Terroranschlag. Wird es nun die Menschen dazu inspirieren, diese Gewalt nachzuahmen oder dagegen zu protestieren? Oder jemand postet einen Witz \u00fcber Selbstmord. 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Unsere Standards k\u00f6nnen sich im Laufe der Zeit \u00e4ndern. Wir stehen im st\u00e4ndigen Dialog mit Fachleuten und lokalen Organisationen, und zwar in Bezug auf Themen wie Sicherheit f\u00fcr Kinder bis hin zu Terrorismus und Menschenrechten. Manchmal bedeutet dies, dass unser Ansatz nicht direkt logisch wirkt. So berichtete der Guardian, dass uns Experten aus dem Bereich Selbstverletzung geraten haben, Live-Videos von Selbstverletzung laufen zu lassen, damit m\u00f6glicherweise Hilfe herbeigerufen werden kann, aber sie danach zu l\u00f6schen, um eine Nachahmung zu verhindern. Als vor zwei Wochen in Georgia, USA, ein M\u00e4dchen versuchte, auf Facebook live Selbstmord zu begehen, waren ihre Freunde in der Lage, die Polizei zu benachrichtigen, die es schlie\u00dflich schaffte, rechtzeitig einzugreifen. Wir bem\u00fchen uns sehr, objektiv zu bleiben. Die F\u00e4lle, die wir pr\u00fcfen, sind keine einfachen F\u00e4lle: Oftmals befinden sie sich in einem Graubereich, wor\u00fcber die Menschen unterschiedlicher Meinung sind. Kunst und Pornografie sind nicht immer leicht zu unterscheiden, aber wir haben festgestellt, dass digital erzeugte Bilder von Nacktheit eher auf Pornografie hinweisen als handgefertigte Bilder \u2013 daher hat sich dies in unseren Richtlinien niedergeschlagen. Es gibt auch einen gro\u00dfen Unterschied zwischen allgemein ausgedr\u00fcckter Wut und spezifischen Aufrufen, eine benannte Person zu sch\u00e4digen \u2013 daher erlauben wir das erste, verbieten aber das zweite. Dieses Spannungsfeld zwischen dem Anprangern von Gewalt und ihrer F\u00f6rderung, zwischen der Freiheit zur Meinungs\u00e4u\u00dferung und dem Schutz vor Angst, zwischen der Berichterstattung und dem \u201eGaffen\u201c, wirft komplizierte Fragen auf, denn es gibt selten universelle gesetzliche Normen, die Klarheit schaffen w\u00fcrden. Unsere einzige M\u00f6glichkeit ist es, so objektiv wie m\u00f6glich zu sein, und zwar auf globaler Ebene und quer durch diverse Kontexte. Aber dennoch passiert es manchmal, dass wir eine Fehlentscheidung treffen. Die hypothetischen Situationen, die wir verwenden, um unsere Mitarbeiter zu schulen, sind absichtlich extrem. Sie sind so entworfen, um den Leuten, die diese Arbeit tun, zu helfen, mit den schwierigsten F\u00e4llen umzugehen. Als wir vor rund 10 Jahren unsere Gemeinschaftsstandards\u00a0ins Leben riefen, wurde noch Vieles dem pers\u00f6nlichen Ermessen der Mitarbeiter \u00fcberlassen. Aber da keine zwei Leute genau die gleichen Ansichten teilen, wie Hassrede oder Mobbing definiert ist \u2013 wobei es auch noch viele andere Probleme gibt \u2013 haben wir unsere Standards weiterentwickelt und klare Definitionen entwickelt. Wir stehen in der Kritik von Menschen, die mehr Zensur wollen und von Menschen, die weniger davon wollen. Das sehen wir als ein Signal, dass wir uns nicht zu weit in eine dieser beiden Richtungen neigen. Ich hoffe, dass die Leser verstehen, dass wir unsere Rolle extrem ernst nehmen. F\u00fcr viele von uns im Facebook Safety Team ist Sicherheit eine Leidenschaft, die uns schon vor unserer Arbeit bei Facebook begleitet hat: Ich selbst zum Beispiel war mehr als ein Jahrzehnt als Staatsanw\u00e4ltin t\u00e4tig, wo sich meine Ermittlungen um alles M\u00f6gliche von sexueller Ausbeutung von Kindern bis hin zu Terrorismus drehten. In unserem Team arbeiten beispielsweise auch ein Experte f\u00fcr Extremismus aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich, der ehemalige Forschungsleiter von West Points Zentrum zur Bek\u00e4mpfung von Terrorismus, ein Mitarbeiter aus einem Krisenzentrum f\u00fcr Vergewaltigungen sowie ein Lehrer. Wir alle wissen, dass wir mehr tun k\u00f6nnen. 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Auf den Videos, die auch anderswo im Netz auftauchten, war zu sehen, wie die Kinder zittern, um Atem ringen und schlie\u00dflich sterben. Die Bilder waren zutiefst ersch\u00fctternd, und zwar so sehr, dass wir eine Warnung vorschalteten. Diese Bilder verursachten aber auch internationale Emp\u00f6rung und lenkten erneut die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der Menschen in Syrien. Die Pr\u00fcfung von Online-Material auf globaler Ebene ist komplex und anspruchsvoll, aber auch sehr wichtig! Als die Person, die diese Arbeit f\u00fcr Facebook tut, m\u00f6chte ich erkl\u00e4ren, wo wir die Grenzen ziehen. An einem durchschnittlichen Tag wird Facebook von \u00fcber einer Milliarde Menschen genutzt. Sie teilen Beitr\u00e4ge in Dutzenden von Sprachen \u2013 und zwar alles M\u00f6gliche von Fotos bis hin zu Live-Videos. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz davon wird uns gemeldet und anschlie\u00dfend von uns gepr\u00fcft. Das Spektrum der Anl\u00e4sse ist breit \u2013 von Mobbing und Hassrede bis hin zu Terrorismus \u2013 und komplex. Richtlinien zu entwerfen, die Menschen sch\u00fctzen und es ihnen gleichzeitig erm\u00f6glichen, sich frei auszudr\u00fccken, bedeutet, dass man stets die neuesten gesellschaftlichen Fragen versteht und wie sie sich online manifestieren. \u00dcberdies m\u00fcssen wir in der Lage sein, schnell auf Millionen von Meldungen pro Woche von Menschen auf der ganzen Welt zu reagieren. Und es gibt f\u00fcr die Mitarbeiter unseres Community Operations Team noch eine weitere Schwierigkeit: den Kontext zu verstehen. Es ist eine Herausforderung, die Absicht hinter einem Post zu beurteilen oder das Risiko, das in einem anderen enthalten ist. Jemand teilt beispielsweise ein drastisches Video von einem Terroranschlag. Wird es nun die Menschen dazu inspirieren, diese Gewalt nachzuahmen oder dagegen zu protestieren? Oder jemand postet einen Witz \u00fcber Selbstmord. Macht dieser Mensch nur Spa\u00df, oder ist es ein Schrei nach Hilfe? Im Vereinigten K\u00f6nigreich ist es beispielsweise akzeptabel, sich kritisch \u00fcber die Monarchie zu \u00e4u\u00dfern. Aber in anderen Teilen der Welt landen sie daf\u00fcr im Gef\u00e4ngnis. Gesetze k\u00f6nnen zwar Orientierung bieten, aber oftmals geht es hier um Normen und Erwartungen, was jetzt noch akzeptabel und womit schon eine Linie \u00fcberschritten ist. Die neuen M\u00f6glichkeiten, solche Nachrichten und Bilder zu teilen, k\u00f6nnen diese Spannungen schneller an die Oberfl\u00e4che bringen als fr\u00fcher. Unser Ziel ist es, unsere Plattform sicher zu gestalten. Manche Details unserer Richtlinien teilen wir nicht immer \u00f6ffentlich, denn wir wollen Menschen nicht dazu ermutigen, Umgehungsl\u00f6sungen zu finden \u2013 aber wir ver\u00f6ffentlichen unsere Gemeinschaftsstandards, die erl\u00e4utern, was auf Facebook erlaubt ist und was nicht und warum. Unsere Standards k\u00f6nnen sich im Laufe der Zeit \u00e4ndern. Wir stehen im st\u00e4ndigen Dialog mit Fachleuten und lokalen Organisationen, und zwar in Bezug auf Themen wie Sicherheit f\u00fcr Kinder bis hin zu Terrorismus und Menschenrechten. Manchmal bedeutet dies, dass unser Ansatz nicht direkt logisch wirkt. So berichtete der Guardian, dass uns Experten aus dem Bereich Selbstverletzung geraten haben, Live-Videos von Selbstverletzung laufen zu lassen, damit m\u00f6glicherweise Hilfe herbeigerufen werden kann, aber sie danach zu l\u00f6schen, um eine Nachahmung zu verhindern. Als vor zwei Wochen in Georgia, USA, ein M\u00e4dchen versuchte, auf Facebook live Selbstmord zu begehen, waren ihre Freunde in der Lage, die Polizei zu benachrichtigen, die es schlie\u00dflich schaffte, rechtzeitig einzugreifen. Wir bem\u00fchen uns sehr, objektiv zu bleiben. Die F\u00e4lle, die wir pr\u00fcfen, sind keine einfachen F\u00e4lle: Oftmals befinden sie sich in einem Graubereich, wor\u00fcber die Menschen unterschiedlicher Meinung sind. Kunst und Pornografie sind nicht immer leicht zu unterscheiden, aber wir haben festgestellt, dass digital erzeugte Bilder von Nacktheit eher auf Pornografie hinweisen als handgefertigte Bilder \u2013 daher hat sich dies in unseren Richtlinien niedergeschlagen. Es gibt auch einen gro\u00dfen Unterschied zwischen allgemein ausgedr\u00fcckter Wut und spezifischen Aufrufen, eine benannte Person zu sch\u00e4digen \u2013 daher erlauben wir das erste, verbieten aber das zweite. Dieses Spannungsfeld zwischen dem Anprangern von Gewalt und ihrer F\u00f6rderung, zwischen der Freiheit zur Meinungs\u00e4u\u00dferung und dem Schutz vor Angst, zwischen der Berichterstattung und dem \u201eGaffen\u201c, wirft komplizierte Fragen auf, denn es gibt selten universelle gesetzliche Normen, die Klarheit schaffen w\u00fcrden. Unsere einzige M\u00f6glichkeit ist es, so objektiv wie m\u00f6glich zu sein, und zwar auf globaler Ebene und quer durch diverse Kontexte. Aber dennoch passiert es manchmal, dass wir eine Fehlentscheidung treffen. Die hypothetischen Situationen, die wir verwenden, um unsere Mitarbeiter zu schulen, sind absichtlich extrem. Sie sind so entworfen, um den Leuten, die diese Arbeit tun, zu helfen, mit den schwierigsten F\u00e4llen umzugehen. Als wir vor rund 10 Jahren unsere Gemeinschaftsstandards\u00a0ins Leben riefen, wurde noch Vieles dem pers\u00f6nlichen Ermessen der Mitarbeiter \u00fcberlassen. Aber da keine zwei Leute genau die gleichen Ansichten teilen, wie Hassrede oder Mobbing definiert ist \u2013 wobei es auch noch viele andere Probleme gibt \u2013 haben wir unsere Standards weiterentwickelt und klare Definitionen entwickelt. Wir stehen in der Kritik von Menschen, die mehr Zensur wollen und von Menschen, die weniger davon wollen. Das sehen wir als ein Signal, dass wir uns nicht zu weit in eine dieser beiden Richtungen neigen. Ich hoffe, dass die Leser verstehen, dass wir unsere Rolle extrem ernst nehmen. F\u00fcr viele von uns im Facebook Safety Team ist Sicherheit eine Leidenschaft, die uns schon vor unserer Arbeit bei Facebook begleitet hat: Ich selbst zum Beispiel war mehr als ein Jahrzehnt als Staatsanw\u00e4ltin t\u00e4tig, wo sich meine Ermittlungen um alles M\u00f6gliche von sexueller Ausbeutung von Kindern bis hin zu Terrorismus drehten. In unserem Team arbeiten beispielsweise auch ein Experte f\u00fcr Extremismus aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich, der ehemalige Forschungsleiter von West Points Zentrum zur Bek\u00e4mpfung von Terrorismus, ein Mitarbeiter aus einem Krisenzentrum f\u00fcr Vergewaltigungen sowie ein Lehrer. Wir alle wissen, dass wir mehr tun k\u00f6nnen. Im vergangenen Monat haben wir angek\u00fcndigt, dass wir weltweit weitere 3.000 Mitarbeiter f\u00fcr unser Community Operations Team einstellen werden. Es ist eine anspruchsvolle Arbeit, und wir werden noch mehr tun, um sicherzustellen, dass wir ihnen die richtige Unterst\u00fctzung geben; einerseits damit, dass es einfacher wird, schwierige Entscheidungen schneller an eine h\u00f6here Instanz zu eskalieren, und andererseits damit, dass sie auch die notwendige psychologische Unterst\u00fctzung bekommen. Technologie hat mehr Menschen als je zuvor die M\u00f6glichkeit gegeben, mehr und in nie dagewesenen Ma\u00dfst\u00e4ben zu kommunizieren. Wir sind der Ansicht, dass die Vorteile des Teilens die Risiken \u00fcberwiegen. 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