{"id":25138,"date":"2020-07-03T08:05:15","date_gmt":"2020-07-03T07:05:15","guid":{"rendered":"https:\/\/about.fb.com\/de\/?p=25138"},"modified":"2021-06-04T08:12:51","modified_gmt":"2021-06-04T07:12:51","slug":"wie-deutsche-verlage-waehrend-covid-19-ihre-leserzahlen-steigerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2020\/07\/wie-deutsche-verlage-waehrend-covid-19-ihre-leserzahlen-steigerten\/","title":{"rendered":"Wie deutsche Verlage w\u00e4hrend COVID-19 ihre Leserzahlen steigerten"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400\">Nachrichtenverlage in Deutschland haben auf die Corona-Krise reagiert, indem sie ihre Leser \u2013 oft unter schwierigen Arbeitsbedingungen und mit reduziertem Personaleinsatz \u2013 ungebrochen mit ihrem Journalismus versorgt haben. Im Zuge dessen konnten viele eine wachsende Unterst\u00fctzung von Seiten der Leserschaft beobachten. Der beachtliche Zuwachs der Leser- und Abonnentenzahlen, mit teilweise bis zu 300 Prozent Wachstum im Vergleich zur Zeit vor der Coronavirus-Krise, ging jedoch vielerorts mit einem Einbruch der Werbeeinnahmen einher.\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">&#8222;Unser gr\u00f6\u00dftes Problem sind und waren die stornierten Anzeigenschaltungen in Print und Online. Wir haben darauf reagiert, indem wir zeitlich befristete Rabatte von bis zu 50 Prozent angeboten haben. Mit diesem Angebot wollten wir unsere Kunden zur\u00fcckzugewinnen und als Initiative f\u00fcr uns und unsere Partner unter dem Claim &#8218;Lasst uns die Krise gemeinsam bew\u00e4ltigen&#8216; bewerben. Bisher sind wir mit den Ergebnissen zufrieden und sehen, dass unsere Kunden unseren Ansatz sch\u00e4tzen&#8220;,<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\"> sagt <\/span><b>Frank Unkelbach, Head of Digital Management bei Main-Echo<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.\u00a0\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Der Einbruch der Werbeeinnahmen ging jedoch gleichzeitig mit einem Anstieg der Nachrichtennutzung und oftmals auch Zahlungsbereitschaft der Leser einher.<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">&#8222;Wie die meisten Verlage hatten wir w\u00e4hrend der Krise mit sinkenden Werbeeinnahmen zu k\u00e4mpfen. Wenn wir 60 Tage vor Corona mit 60 Tagen w\u00e4hrend Corona vergleichen, dann ist die Zahl der t\u00e4glich neuen Abonnenten um 60 Prozent gestiegen und die K\u00fcndigungsrate deutlich zur\u00fcckgegangen, so dass wir in diesem Zeitraum netto 160 Prozent mehr Neuabonnenten generiert haben&#8220;<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, sagt <\/span><b>Dr. Ruth Betz, Leiterin Digitale Transformation bei der Funke Mediengruppe.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Auch weiterhin entwickeln und erweitern Verlage auf der ganzen Welt ihre Konzepte rund um das Thema \u201cBezahlangebote\u201d\u201c. In diesem Beitrag haben wir einige Erfahrungen und Ans\u00e4tze der 14 deutschsprachigen Verlage zusammengestellt, die <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/journalismproject\/newsroom-shift-to-reader-revenue\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-weight: 400\">Teil des \u201eReader Revenue Accelerator\u201c-Programms des Facebook Journalism Projects waren<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\">. Vor dem Beginn der Corona-Krise generierten ihre Projekte, die durch den Accelerator unterst\u00fctzt wurden, unter anderem mehr als 7,4 Millionen Euro an Lifetime Value, mehr als 35.000 neue Bezahl-Abonnenten sowie mehr als 125.000 Newsletter-Abonnenten und Website-Registrierungen. Das ergab eine Analyse der Abschlussberichte der Teilnehmer, die unserem Accelerator-Partner <\/span><a href=\"https:\/\/www.icfj.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-weight: 400\">International Center for Journalists<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\"> (ICFJ) zur Verf\u00fcgung gestellt wurden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Teilnehmer nutzten die Strategien, die sie w\u00e4hrend des Accelerator-Programms entwickelt hatten, um sich an die neue Situation im Zuge der Corona-Pandemie anzupassen und neue Ziele festzulegen. Hier eine Zusammenfassung der Erkenntnisse einiger Verlage:<\/span><\/p>\n<h2><b>1. Bereichs\u00fcbergreifende Teams sind erfolgreicher\u00a0<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Coronavirus-Krise hat Auswirkungen auf alle Bereiche der deutschen Medienunternehmen: Sie f\u00fchrte zu \u00c4nderungen der redaktionellen Arbeitsabl\u00e4ufe und Priorit\u00e4ten in der Berichterstattung und brachte Marketingpl\u00e4ne durcheinander. Die Teams, die ihr Abogesch\u00e4ft ausbauen konnten, haben schnell reagiert und Disziplinen aus dem gesamten Verlagshaus zusammengebracht, um ein kreatives Team aus Redaktion, Analytik, Marketing, Produkt und Social Media zu schaffen.\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">\u201eDas Accelerator-Programm hat unser Mindset und unsere Zusammenarbeit nachhaltig ver\u00e4ndert. Bis heute kommuniziert und arbeitet unsere Accelerator-Gruppe zusammen wie w\u00e4hrend des\u00a0 Programms\u201c<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, so <\/span><b>Dr. Ruth Betz von der Funke Mediengruppe<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Bereits vor COVID-19 hatte Funke mit Erkenntnissen aus dem Accelerator-Programm mehr als 27.000 neue Bezahlabonnenten gewinnen k\u00f6nnen \u2013 deutlich mehr als in der eigentlichen Zielsetzung geplant. M\u00f6glich war dies durch ein cross-funktionales Team, das eine wesentliche Aufgabe hatte: m\u00f6glichst viele Tests durchzuf\u00fchren, um die Anzahl der t\u00e4glichen Abo-Abschl\u00fcsse zu erh\u00f6hen. Auch wenn wir den Erfolg der Funke Mediengruppe ausf\u00fchrlicher zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in einer Fallstudie beleuchten werden \u2013 dass cross-funktionale Teams einen gro\u00dfen Unterschied machen k\u00f6nnen, erscheint bereits eine best\u00e4tigte Erkenntnis zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Diesem Aspekt stimmen auch andere Publisher zu.<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">\u201eMan muss die Silos einrei\u00dfen. Wir haben beispielsweise eine bereichs\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe etabliert. Seitdem ist es absolut normal geworden, dass wir \u00fcber verschiedene Abteilungen hinweg miteinander arbeiten\u201c<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, berichtet <\/span><b>Thomas Webel, Head of Digital bei Oberpfalz Medien<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">W\u00e4hrend des Accelerator-Programms hat sich jeder teilnehmende Verlag jede Woche f\u00fcr eine Stunde mit einem cross-funktionalen Team und einem Coach getroffen. Viele dieser Teams arbeiten auch heute noch, ohne ihren Coach aus dem inzwischen beendeten Programm, weiterhin zusammen. Um diese interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit innerhalb meist noch stark traditionell gepr\u00e4gter Strukturen zu f\u00f6rdern, ist es nach ihrer Erfahrung hilfreich klare Ziele zu setzen, Anpassungen an diese Ziele klar zu kommunizieren und die Teams f\u00fcr diese Ziele auch zu motivieren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Abteilungs\u00fcbergreifende Ziele waren auch bei den N\u00fcrnberger Nachrichten ein wichtiger Treiber der Zusammenarbeit. <\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">&#8222;Wir sind stolz darauf, dass nun immer mehr Kollegen aus all unseren Abteilungen ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr haben, wie wir ein erfolgreiches digitales Abonnementgesch\u00e4ft aufbauen k\u00f6nnen&#8220;<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, sagt <\/span><b>Barbara Zinecker, verantwortlich f\u00fcr Audience Development bei den N\u00fcrnberger Nachrichten<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h2><b>2. Mit dem beginnen, was man hat \u2013 und sich kontinuierlich weiterentwickeln\u00a0<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Da sie bereits regelm\u00e4\u00dfig zusammengearbeitet hatten, konnten die cross-funktionalen Teams in den Verlagen viel schneller in Aktion treten \u2013 und haben das auch im M\u00e4rz getan, als die Pandemie in Deutschland zunehmend Wirkung zeigte.<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">&#8222;Eine engere Zusammenarbeit von Redaktion, Vertrieb und Digital-Spezialisten half uns, mit unseren Content- und Abonnementangeboten schnell auf die neue Situation zu reagieren&#8220;<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, sagt <\/span><b>Julian Mager, Digital Marketing Manager bei der Main-Post.\u00a0<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Es war auch diese Art der Zusammenarbeit, die ihren Accelerator-Kollegen in N\u00fcrnberg zu konkreten Ums\u00e4tzen f\u00fchrte. Dort hatten Redaktion und Vertrieb schnell reagiert und gemeinsam veranlasst, dass im Umfeld von Artikeln zum Thema Coronavirus prominent auf die Abo-Angebote der N\u00fcrnberger Nachrichten (Print Abo und ePaper) hingewiesen wurde. <\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400\"><em>\u201cNicht zuletzt dadurch konnten wir eine Steigerung von 20 bis 30 Prozent bei den Abos f\u00fcr unsere Bezahlprodukte und eine Verbesserung von 10 Prozent bei der K\u00fcndigerrate erzielen&#8220;<\/em>,<\/span><b> berichtet Barbara Zinecker.\u00a0<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Aber an welchen Schrauben sollten die Teams nun weiterdrehen?<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">&#8222;Wir denken mehr aus der Sicht des Kunden. Was braucht der Kunde von uns? Unsere Journalisten haben sich in der Krise an neue Formate wie Podcasts und Videos gew\u00f6hnt und sich mit ihnen vertraut gemacht. Rund 2.000 Menschen h\u00f6ren t\u00e4glich unseren neuen Corona-Podcast. Die Produktion dieser Art von Inhalten hat deutlich zugenommen, und unsere Leser sch\u00e4tzen sie auch&#8220;<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, sagt <\/span><b>Lena Beneke von den Ruhr Nachrichten.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Das Team der N\u00fcrnberger Nachrichten teilt diese Erfahrung. Mit interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit und agilen Arbeitsmethoden hat es geschafft, binnen kurzer Zeit seine Newsletter-Produkte auszubauen und die Anzahl der Empf\u00e4nger seit November mehr als zu verdreifachen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Dabei haben in einem Projekt zur Optimierung der technischen Voraussetzungen (darunter Implementierung ins Content Management System), das im Anschluss an den Accelerator gef\u00f6rdert wurde, auch zwei ganz grunds\u00e4tzliche Learnings aus dem Programm geholfen, berichtet <\/span><b>Barbara Zinecker<\/b><span style=\"font-weight: 400\">: <\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">\u201cDu solltest mit dem loslegen, was du hast! Wir haben im Accelerator gelernt, uns weniger auf das was fehlt zu konzentrieren und uns stattdessen voll auf unsere M\u00f6glichkeiten zu fokussieren. Da wir noch kein rein digitales Paid Content Angebot haben, setzen wir alles daran, m\u00f6glichst viele Registrierungen zu generieren, um diese loyalen und aktiven Leser dann alsbald leichter in zahlende Abonnenten umwandeln zu k\u00f6nnen.\u201d<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h2><b>3. Dem Leser immer einen Schritt voraus sein<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Verlage des Accelerator-Programms profitieren davon, sich darauf zu fokussieren, ihren Leser immer einen Schritt n\u00e4her an ihre Medienmarke heranzuf\u00fchren und so enger an sie zu binden. Sie stellen damit ihre \u201c+1-Strategie\u201d, in Anlehnung an das von Yasmin Namini, Leiterin und Coaching des Accelerator-Programms, unterrichtete Konzept, sicher. Diese sieht vor, sich kontinuierlich dar\u00fcber Gedanken, wie die eigenen Leser eine sich stetig verst\u00e4rkende Verbindung mit der Medienmarke aufbauen k\u00f6nnen \u2013 durch Empfehlungen von Inhalten, E-Mail-Anmeldungen, Aufforderungen zur Registrierung und letztendlich Abo-Angebote. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">\u201cDie +1-Strategie hat uns so klar eingeleuchtet, dass wir sie schnell mit all unseren Kollegen geteilt haben. Wir haben die schrittweise Herangehensweise heruntergebrochen und daraus Handlungspunkte f\u00fcr alle Abteilungen abgeleitet, so auch f\u00fcr die Einf\u00fchrungen unserer Newsletter\u201d<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, sagt <\/span><b>Ruth Betz von Funke<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">&#8222;Gelegentliche in treue Leser zu wandeln und Abonnenten dauerhaft zu halten sind zwei Themen, an denen wir derzeit arbeiten&#8220;<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, so <\/span><b>Julia Morein von der Rheinischen Post<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wie viel frei zug\u00e4nglicher Inhalt, auf die Leser ohne zu zahlen zugreifen k\u00f6nnen, ist genug, um sie schlie\u00dflich zum Abschluss eines Abonnements zu bewegen und nicht zu viel, als dass sie glauben, alles sei kostenlos zu bekommen? Es ist ein schmaler Grat f\u00fcr Verlage, herauszufinden, wie sie unbekannte Leser zu registrierten oder sogar zahlenden Kunden machen k\u00f6nnen. Hierbei gibt es keine einfache Antwort darauf, welche Inhalte hinter einer Paywall \u201eversteckt\u201c sein sollten. Die Verlage, die mit ihrer Strategie am erfolgreichsten waren, sind gewillt, ihre Strategie immer wieder anzupassen, bis sie die richtige Balance f\u00fcr ihre spezifische Marke in ihrem spezifischen Markt gefunden haben (und diese dann weiterhin im Blick behalten und testen).\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">\u201cWir haben noch kein Bezahlangebot gelauncht aber f\u00fchren unsere Leser gerade schrittweise heran, um ihnen dann im Sp\u00e4tsommer erfolgreich ein digitales Abo anbieten zu k\u00f6nnen. Das Konzept beinhaltet frei verf\u00fcgbare Newsletter ebenso wie an eine kostenlose Registrierung gekn\u00fcpfter Content. Insgesamt haben wir \u00fcber die einzelnen Schritte so die Anzahl der identifizierten und ansprechbaren Leser binnen weniger Wochen von 10.000 auf mehr als 30.000 erh\u00f6hen k\u00f6nnen\u201d<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, berichtet <\/span><b>Thomas Webel, Head of Digital bei \u2018Der neue Tag\u2019 der Oberpfalz Medien<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h2><b>4. Der Newsletter als Treiber f\u00fcr Registrierungen und Abos\u00a0<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Vor Beginn der Corona-Krise hat Der neue Tag mithilfe von E-Mail-Best-Practices aus dem Accelerator zwei Newsletter gestartet. Als die Pandemie begann, hat das Team schnell einen zus\u00e4tzlichen Newsletter mit Covid-19 Schwerpunkt aufgesetzt.\u00a0<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">\u201eInnerhalb weniger Wochen haben wir damit rund 4.000 neue Newsletter-Abonnenten hinzugewonnen\u201d<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, berichtet <\/span><b>Thomas Webel<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Das Team arbeitet jetzt an einem Konzept, diesen Newsletter von einem &#8222;One-Hit-Wonder&#8220; in ein nachhaltiges Produkt umzuwandeln. Dabei nimmt Der neue Tag unter den gewonnenen Newsletter-Empf\u00e4ngern, ebenso wie das Team der N\u00fcrnberger Nachrichten, ein hohes Potential f\u00fcr zahlende Abonnenten an. Eine Annahme, die Funke bereits best\u00e4tigen kann. Nach nur wenigen Monaten bietet das Unternehmen nun weit mehr als 20 Newsletter (Marken, Themen, Regionen und COVID-19) an, deren Empf\u00e4nger nachweislich deutlich leichter in ein Bezahlabo \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen, als andere User der Portale. Das Team verspricht sich von dieser Nutzergruppe auch eine geringere K\u00fcndigungsrate, f\u00fcr eine Datenerhebung hierzu ist es allerdings noch zu fr\u00fch. <\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">&#8222;Wir haben eine interdisziplin\u00e4re Einheit gebildet, um unser unternehmensweites Newsletter-Konzept weiter zu verbessern. Aufgrund dessen unmittelbaren Erfolgs kamen bereits zwei neue Vollzeitmitarbeiter hinzu&#8220;<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, so <\/span><b>Ruth Betz<\/b><span style=\"font-weight: 400\">.\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h2><b>5. Den Mut haben, neue Ans\u00e4tze auszuprobieren<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wie viele andere Verlage weltweit, beschlossen auch Main-Echo und Straubinger Tagblatt, ihre Inhalte zu Beginn der Corona-Pandemie kostenlos zug\u00e4nglich zu machen. Beim Straubinger Tagblatt f\u00fchrte das Angebot zu \u00fcber 11.000 Neuanmeldungen. Beim Main Echo hat ein sechsw\u00f6chiges Sonderangebot mehr als 500 neue Abonnenten generiert \u2013 fast so viele wie in den zwei Jahren zuvor.<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-weight: 400\"><em>&#8222;Besondere Zeiten erfordern besondere Ma\u00dfnahmen. Deshalb haben wir unsere Premium-Inhalte nach der Registrierung f\u00fcr jedermann kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt&#8220;<\/em>,<\/span> <span style=\"font-weight: 400\">so <\/span><b>Andreas Seidl, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Redakteur des Verlags.<\/b><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Das Wachstum des Straubinger Tagblatts auf dem H\u00f6hepunkt der Corona-Krise baute auf dem stetigen Anstieg der Registrierungen im Jahr 2019 auf. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 haben sich laut Seidl mehr als 38.000 Menschen f\u00fcr die Verlagspr\u00e4mie idowa.plus registriert.<\/span><\/p>\n<blockquote><p><i><span style=\"font-weight: 400\">&#8222;Wir freuen uns sehr, dass diese Abonnenten weitaus weniger stark abwandern, als wir erwartet hatten\u201d<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">, sagt <\/span><b>Frank Unkelbach, Head of Digital Management bei Main-Echo<\/b><span style=\"font-weight: 400\">. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400\">\u201cJetzt, nach dem ersten Monat der Vollzahlung, erkennen wir immer noch eine sehr solide Verbleiberate, die uns glauben l\u00e4sst, dass wir 50 Prozent dieser zahlenden Abonnenten dauerhaft halten k\u00f6nnen. Wir stellen nun\u00a0 au\u00dferdem auch ein stetiges Wachstum bei unseren regul\u00e4ren kostenpflichtigen Abonnements fest \u2013 auf einem viel h\u00f6heren Niveau als im letzten Jahr&#8220;<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">.\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><b>Aber wie k\u00f6nnen Verlage nun all diese neuen Abonnenten halten?\u00a0<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Verlage weltweit, darunter auch die oben genannten Verlage, arbeiten bereits jetzt daran, ihre neue, zahlende Leserschaft auch nach der Krise noch lange zu halten. <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/journalismproject\/programs\/accelerator\/us-local-news-retention-best-practices-covid\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-weight: 400\">Hier<\/span> <\/a><span style=\"font-weight: 400\">finden Sie eine ausf\u00fchrliche Analyse zur Retention-Strategie der Verlage des Accelerator-Programms.<\/span><\/p>\n<p><b>\u00dcber die Ergebnisse<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">In 2019 nahmen erstmals 14 deutschsprachige Nachrichtenorganisationen an der \u201eReader Revenue Accelerator\u201c-Workshopreihe des Facebook-Accelerator-Programms teil. Ein Jahr nach Start des Programms kamen die teilnehmenden Verlage nun virtuell erneut zusammen, um sich zu ihren Erkenntnisse aus dem Stipendienprogramm und ihre Erfahrungen in der Coronakrise\u00a0 auszutauschen. Accelerator-Coaches gaben w\u00e4hrend dieser virtuellen Sitzung einige zus\u00e4tzliche Einblicke in die Bereiche Analytik, Produktentwicklung und Marketing.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"font-weight: 400\">Die Ergebnisse f\u00fcr diesen Beitrag wurden von den Verlagen bereitgestellt.<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Falls Sie mit einem der Verlage aus diesem Beitrag in Kontakt treten m\u00f6chten, oder Fragen haben, senden Sie gerne eine E-Mail an Accelerators@FB.com. Wir vernetzen Sie sehr gerne mit anderen Publishern, die intensiv daran arbeiten, die Zukunft des Lokaljournalismus zu sichern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Nach der positiven Resonanz der Teilnehmer soll das Accelerator-Programm in diesem Jahr fortgesetzt werden. Der zweite Durchgang des Programms musste allerdings aufgrund der Coronavirus-Krise bis auf Weiteres verschoben werden. Weitere Informationen zum Accelerator-Programm finden Sie <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/journalismproject\/newsroom-shift-to-reader-revenue\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-weight: 400\">auf den Seiten des Facebook Journalism Project<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\">.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">&#8212;<\/span><\/p>\n<p><b><i>Das Accelerator-Programm<\/i><\/b><\/p>\n<p><i><span style=\"font-weight: 400\">Das im Rahmen des Facebook Journalism Project durchgef\u00fchrte<\/span><\/i><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/journalismproject\/accelerator\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><i><span style=\"font-weight: 400\"> Accelerator-Programm<\/span><\/i><\/a><i><span style=\"font-weight: 400\"> unterst\u00fctzt Nachrichtenverlage beim Aufbau nachhaltiger Gesch\u00e4ftsmodelle. Jeder Accelerator wird vom Facebook Journalism Project (FJP) finanziert und organisiert. \u00dcber einen Zeitraum von drei Monaten finden praxisorientierte Workshops statt, die von Medien-Branchenexperten geleitet werden. Teilnehmer erhalten zudem regelm\u00e4\u00dfig Input zu bew\u00e4hrten Gesch\u00e4ftspraktiken sowie finanzielle Zusch\u00fcsse, die von gemeinn\u00fctzigen journalistischen Organisationen verwaltet werden. Executive Director des Accelerator-Programms ist Tim Griggs, ein unabh\u00e4ngiger Consultant\/Berater und ehemaliger leitender Redakteur der New York Times und der Texas Tribune.<\/span><\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/facebookjournalismproject.com\/sign-up\/\"><i><span style=\"font-weight: 400\">Melde dich beim FJP-Newsletter an<\/span><\/i><\/a><i><span style=\"font-weight: 400\">, um monatliche Updates zum Accelerator-Programm zu erhalten.<\/span><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nachrichtenverlage in Deutschland haben auf die Corona-Krise reagiert, indem sie ihre Leser \u2013 oft unter schwierigen Arbeitsbedingungen und mit reduziertem Personaleinsatz \u2013 ungebrochen mit ihrem Journalismus versorgt haben. Im Zuge dessen konnten viele eine wachsende Unterst\u00fctzung von Seiten der Leserschaft beobachten. Der beachtliche Zuwachs der Leser- und Abonnentenzahlen, mit teilweise bis zu 300 Prozent Wachstum im Vergleich zur Zeit vor der Coronavirus-Krise, ging jedoch vielerorts mit einem Einbruch der Werbeeinnahmen einher.\u00a0 &#8222;Unser gr\u00f6\u00dftes Problem sind und waren die stornierten Anzeigenschaltungen in Print und Online. Wir haben darauf reagiert, indem wir zeitlich befristete Rabatte von bis zu 50 Prozent angeboten haben. Mit diesem Angebot wollten wir unsere Kunden zur\u00fcckzugewinnen und als Initiative f\u00fcr uns und unsere Partner unter dem Claim &#8218;Lasst uns die Krise gemeinsam bew\u00e4ltigen&#8216; bewerben. Bisher sind wir mit den Ergebnissen zufrieden und sehen, dass unsere Kunden unseren Ansatz sch\u00e4tzen&#8220;, sagt Frank Unkelbach, Head of Digital Management bei Main-Echo.\u00a0\u00a0 Der Einbruch der Werbeeinnahmen ging jedoch gleichzeitig mit einem Anstieg der Nachrichtennutzung und oftmals auch Zahlungsbereitschaft der Leser einher. &#8222;Wie die meisten Verlage hatten wir w\u00e4hrend der Krise mit sinkenden Werbeeinnahmen zu k\u00e4mpfen. Wenn wir 60 Tage vor Corona mit 60 Tagen w\u00e4hrend Corona vergleichen, dann ist die Zahl der t\u00e4glich neuen Abonnenten um 60 Prozent gestiegen und die K\u00fcndigungsrate deutlich zur\u00fcckgegangen, so dass wir in diesem Zeitraum netto 160 Prozent mehr Neuabonnenten generiert haben&#8220;, sagt Dr. Ruth Betz, Leiterin Digitale Transformation bei der Funke Mediengruppe. Auch weiterhin entwickeln und erweitern Verlage auf der ganzen Welt ihre Konzepte rund um das Thema \u201cBezahlangebote\u201d\u201c. In diesem Beitrag haben wir einige Erfahrungen und Ans\u00e4tze der 14 deutschsprachigen Verlage zusammengestellt, die Teil des \u201eReader Revenue Accelerator\u201c-Programms des Facebook Journalism Projects waren. Vor dem Beginn der Corona-Krise generierten ihre Projekte, die durch den Accelerator unterst\u00fctzt wurden, unter anderem mehr als 7,4 Millionen Euro an Lifetime Value, mehr als 35.000 neue Bezahl-Abonnenten sowie mehr als 125.000 Newsletter-Abonnenten und Website-Registrierungen. Das ergab eine Analyse der Abschlussberichte der Teilnehmer, die unserem Accelerator-Partner International Center for Journalists (ICFJ) zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Die Teilnehmer nutzten die Strategien, die sie w\u00e4hrend des Accelerator-Programms entwickelt hatten, um sich an die neue Situation im Zuge der Corona-Pandemie anzupassen und neue Ziele festzulegen. Hier eine Zusammenfassung der Erkenntnisse einiger Verlage: 1. Bereichs\u00fcbergreifende Teams sind erfolgreicher\u00a0 Die Coronavirus-Krise hat Auswirkungen auf alle Bereiche der deutschen Medienunternehmen: Sie f\u00fchrte zu \u00c4nderungen der redaktionellen Arbeitsabl\u00e4ufe und Priorit\u00e4ten in der Berichterstattung und brachte Marketingpl\u00e4ne durcheinander. Die Teams, die ihr Abogesch\u00e4ft ausbauen konnten, haben schnell reagiert und Disziplinen aus dem gesamten Verlagshaus zusammengebracht, um ein kreatives Team aus Redaktion, Analytik, Marketing, Produkt und Social Media zu schaffen.\u00a0 \u201eDas Accelerator-Programm hat unser Mindset und unsere Zusammenarbeit nachhaltig ver\u00e4ndert. Bis heute kommuniziert und arbeitet unsere Accelerator-Gruppe zusammen wie w\u00e4hrend des\u00a0 Programms\u201c, so Dr. Ruth Betz von der Funke Mediengruppe. Bereits vor COVID-19 hatte Funke mit Erkenntnissen aus dem Accelerator-Programm mehr als 27.000 neue Bezahlabonnenten gewinnen k\u00f6nnen \u2013 deutlich mehr als in der eigentlichen Zielsetzung geplant. M\u00f6glich war dies durch ein cross-funktionales Team, das eine wesentliche Aufgabe hatte: m\u00f6glichst viele Tests durchzuf\u00fchren, um die Anzahl der t\u00e4glichen Abo-Abschl\u00fcsse zu erh\u00f6hen. Auch wenn wir den Erfolg der Funke Mediengruppe ausf\u00fchrlicher zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in einer Fallstudie beleuchten werden \u2013 dass cross-funktionale Teams einen gro\u00dfen Unterschied machen k\u00f6nnen, erscheint bereits eine best\u00e4tigte Erkenntnis zu sein. Diesem Aspekt stimmen auch andere Publisher zu. \u201eMan muss die Silos einrei\u00dfen. Wir haben beispielsweise eine bereichs\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe etabliert. Seitdem ist es absolut normal geworden, dass wir \u00fcber verschiedene Abteilungen hinweg miteinander arbeiten\u201c, berichtet Thomas Webel, Head of Digital bei Oberpfalz Medien. W\u00e4hrend des Accelerator-Programms hat sich jeder teilnehmende Verlag jede Woche f\u00fcr eine Stunde mit einem cross-funktionalen Team und einem Coach getroffen. Viele dieser Teams arbeiten auch heute noch, ohne ihren Coach aus dem inzwischen beendeten Programm, weiterhin zusammen. Um diese interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit innerhalb meist noch stark traditionell gepr\u00e4gter Strukturen zu f\u00f6rdern, ist es nach ihrer Erfahrung hilfreich klare Ziele zu setzen, Anpassungen an diese Ziele klar zu kommunizieren und die Teams f\u00fcr diese Ziele auch zu motivieren.\u00a0 Abteilungs\u00fcbergreifende Ziele waren auch bei den N\u00fcrnberger Nachrichten ein wichtiger Treiber der Zusammenarbeit. &#8222;Wir sind stolz darauf, dass nun immer mehr Kollegen aus all unseren Abteilungen ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr haben, wie wir ein erfolgreiches digitales Abonnementgesch\u00e4ft aufbauen k\u00f6nnen&#8220;, sagt Barbara Zinecker, verantwortlich f\u00fcr Audience Development bei den N\u00fcrnberger Nachrichten. 2. Mit dem beginnen, was man hat \u2013 und sich kontinuierlich weiterentwickeln\u00a0 Da sie bereits regelm\u00e4\u00dfig zusammengearbeitet hatten, konnten die cross-funktionalen Teams in den Verlagen viel schneller in Aktion treten \u2013 und haben das auch im M\u00e4rz getan, als die Pandemie in Deutschland zunehmend Wirkung zeigte. &#8222;Eine engere Zusammenarbeit von Redaktion, Vertrieb und Digital-Spezialisten half uns, mit unseren Content- und Abonnementangeboten schnell auf die neue Situation zu reagieren&#8220;, sagt Julian Mager, Digital Marketing Manager bei der Main-Post.\u00a0 Es war auch diese Art der Zusammenarbeit, die ihren Accelerator-Kollegen in N\u00fcrnberg zu konkreten Ums\u00e4tzen f\u00fchrte. Dort hatten Redaktion und Vertrieb schnell reagiert und gemeinsam veranlasst, dass im Umfeld von Artikeln zum Thema Coronavirus prominent auf die Abo-Angebote der N\u00fcrnberger Nachrichten (Print Abo und ePaper) hingewiesen wurde. \u201cNicht zuletzt dadurch konnten wir eine Steigerung von 20 bis 30 Prozent bei den Abos f\u00fcr unsere Bezahlprodukte und eine Verbesserung von 10 Prozent bei der K\u00fcndigerrate erzielen&#8220;, berichtet Barbara Zinecker.\u00a0 Aber an welchen Schrauben sollten die Teams nun weiterdrehen? &#8222;Wir denken mehr aus der Sicht des Kunden. Was braucht der Kunde von uns? Unsere Journalisten haben sich in der Krise an neue Formate wie Podcasts und Videos gew\u00f6hnt und sich mit ihnen vertraut gemacht. Rund 2.000 Menschen h\u00f6ren t\u00e4glich unseren neuen Corona-Podcast. Die Produktion dieser Art von Inhalten hat deutlich zugenommen, und unsere Leser sch\u00e4tzen sie auch&#8220;, sagt Lena Beneke von den Ruhr Nachrichten. Das Team der N\u00fcrnberger Nachrichten teilt diese Erfahrung. Mit interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit und agilen Arbeitsmethoden hat es geschafft, binnen kurzer Zeit seine Newsletter-Produkte auszubauen und die Anzahl der Empf\u00e4nger seit November mehr als zu verdreifachen.\u00a0 Dabei haben in einem Projekt zur Optimierung der technischen Voraussetzungen (darunter Implementierung ins Content Management System), das im Anschluss an den Accelerator gef\u00f6rdert wurde, auch zwei ganz grunds\u00e4tzliche Learnings aus dem Programm geholfen, berichtet Barbara Zinecker: \u201cDu solltest mit dem loslegen, was du hast! Wir haben im Accelerator gelernt, uns weniger auf das was fehlt zu konzentrieren und uns stattdessen voll auf unsere M\u00f6glichkeiten zu fokussieren. Da wir noch kein rein digitales Paid Content Angebot haben, setzen wir alles daran, m\u00f6glichst viele Registrierungen zu generieren, um diese loyalen und aktiven Leser dann alsbald leichter in zahlende Abonnenten umwandeln zu k\u00f6nnen.\u201d\u00a0 3. Dem Leser immer einen Schritt voraus sein Die Verlage des Accelerator-Programms profitieren davon, sich darauf zu fokussieren, ihren Leser immer einen Schritt n\u00e4her an ihre Medienmarke heranzuf\u00fchren und so enger an sie zu binden. Sie stellen damit ihre \u201c+1-Strategie\u201d, in Anlehnung an das von Yasmin Namini, Leiterin und Coaching des Accelerator-Programms, unterrichtete Konzept, sicher. Diese sieht vor, sich kontinuierlich dar\u00fcber Gedanken, wie die eigenen Leser eine sich stetig verst\u00e4rkende Verbindung mit der Medienmarke aufbauen k\u00f6nnen \u2013 durch Empfehlungen von Inhalten, E-Mail-Anmeldungen, Aufforderungen zur Registrierung und letztendlich Abo-Angebote. \u201cDie +1-Strategie hat uns so klar eingeleuchtet, dass wir sie schnell mit all unseren Kollegen geteilt haben. Wir haben die schrittweise Herangehensweise heruntergebrochen und daraus Handlungspunkte f\u00fcr alle Abteilungen abgeleitet, so auch f\u00fcr die Einf\u00fchrungen unserer Newsletter\u201d, sagt Ruth Betz von Funke.\u00a0 &#8222;Gelegentliche in treue Leser zu wandeln und Abonnenten dauerhaft zu halten sind zwei Themen, an denen wir derzeit arbeiten&#8220;, so Julia Morein von der Rheinischen Post.\u00a0 Wie viel frei zug\u00e4nglicher Inhalt, auf die Leser ohne zu zahlen zugreifen k\u00f6nnen, ist genug, um sie schlie\u00dflich zum Abschluss eines Abonnements zu bewegen und nicht zu viel, als dass sie glauben, alles sei kostenlos zu bekommen? Es ist ein schmaler Grat f\u00fcr Verlage, herauszufinden, wie sie unbekannte Leser zu registrierten oder sogar zahlenden Kunden machen k\u00f6nnen. Hierbei gibt es keine einfache Antwort darauf, welche Inhalte hinter einer Paywall \u201eversteckt\u201c sein sollten. Die Verlage, die mit ihrer Strategie am erfolgreichsten waren, sind gewillt, ihre Strategie immer wieder anzupassen, bis sie die richtige Balance f\u00fcr ihre spezifische Marke in ihrem spezifischen Markt gefunden haben (und diese dann weiterhin im Blick behalten und testen).\u00a0 \u201cWir haben noch kein Bezahlangebot gelauncht aber f\u00fchren unsere Leser gerade schrittweise heran, um ihnen dann im Sp\u00e4tsommer erfolgreich ein digitales Abo anbieten zu k\u00f6nnen. Das Konzept beinhaltet frei verf\u00fcgbare Newsletter ebenso wie an eine kostenlose Registrierung gekn\u00fcpfter Content. Insgesamt haben wir \u00fcber die einzelnen Schritte so die Anzahl der identifizierten und ansprechbaren Leser binnen weniger Wochen von 10.000 auf mehr als 30.000 erh\u00f6hen k\u00f6nnen\u201d, berichtet Thomas Webel, Head of Digital bei \u2018Der neue Tag\u2019 der Oberpfalz Medien.\u00a0 4. Der Newsletter als Treiber f\u00fcr Registrierungen und Abos\u00a0 Vor Beginn der Corona-Krise hat Der neue Tag mithilfe von E-Mail-Best-Practices aus dem Accelerator zwei Newsletter gestartet. Als die Pandemie begann, hat das Team schnell einen zus\u00e4tzlichen Newsletter mit Covid-19 Schwerpunkt aufgesetzt.\u00a0 \u201eInnerhalb weniger Wochen haben wir damit rund 4.000 neue Newsletter-Abonnenten hinzugewonnen\u201d, berichtet Thomas Webel. Das Team arbeitet jetzt an einem Konzept, diesen Newsletter von einem &#8222;One-Hit-Wonder&#8220; in ein nachhaltiges Produkt umzuwandeln. Dabei nimmt Der neue Tag unter den gewonnenen Newsletter-Empf\u00e4ngern, ebenso wie das Team der N\u00fcrnberger Nachrichten, ein hohes Potential f\u00fcr zahlende Abonnenten an. Eine Annahme, die Funke bereits best\u00e4tigen kann. Nach nur wenigen Monaten bietet das Unternehmen nun weit mehr als 20 Newsletter (Marken, Themen, Regionen und COVID-19) an, deren Empf\u00e4nger nachweislich deutlich leichter in ein Bezahlabo \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen, als andere User der Portale. Das Team verspricht sich von dieser Nutzergruppe auch eine geringere K\u00fcndigungsrate, f\u00fcr eine Datenerhebung hierzu ist es allerdings noch zu fr\u00fch. &#8222;Wir haben eine interdisziplin\u00e4re Einheit gebildet, um unser unternehmensweites Newsletter-Konzept weiter zu verbessern. Aufgrund dessen unmittelbaren Erfolgs kamen bereits zwei neue Vollzeitmitarbeiter hinzu&#8220;, so Ruth Betz.\u00a0 5. Den Mut haben, neue Ans\u00e4tze auszuprobieren Wie viele andere Verlage weltweit, beschlossen auch Main-Echo und Straubinger Tagblatt, ihre Inhalte zu Beginn der Corona-Pandemie kostenlos zug\u00e4nglich zu machen. Beim Straubinger Tagblatt f\u00fchrte das Angebot zu \u00fcber 11.000 Neuanmeldungen. Beim Main Echo hat ein sechsw\u00f6chiges Sonderangebot mehr als 500 neue Abonnenten generiert \u2013 fast so viele wie in den zwei Jahren zuvor. &#8222;Besondere Zeiten erfordern besondere Ma\u00dfnahmen. Deshalb haben wir unsere Premium-Inhalte nach der Registrierung f\u00fcr jedermann kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt&#8220;, so Andreas Seidl, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Redakteur des Verlags.\u00a0 Das Wachstum des Straubinger Tagblatts auf dem H\u00f6hepunkt der Corona-Krise baute auf dem stetigen Anstieg der Registrierungen im Jahr 2019 auf. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 haben sich laut Seidl mehr als 38.000 Menschen f\u00fcr die Verlagspr\u00e4mie idowa.plus registriert. &#8222;Wir freuen uns sehr, dass diese Abonnenten weitaus weniger stark abwandern, als wir erwartet hatten\u201d, sagt Frank Unkelbach, Head of Digital Management bei Main-Echo. \u201cJetzt, nach dem ersten Monat der Vollzahlung, erkennen wir immer noch eine sehr solide Verbleiberate, die uns glauben l\u00e4sst, dass wir 50 Prozent dieser zahlenden Abonnenten dauerhaft halten k\u00f6nnen. Wir stellen nun\u00a0 au\u00dferdem auch ein stetiges Wachstum bei unseren regul\u00e4ren kostenpflichtigen Abonnements fest \u2013 auf einem viel h\u00f6heren Niveau als im letzten Jahr&#8220;.\u00a0 Aber wie k\u00f6nnen Verlage nun all diese neuen Abonnenten halten?\u00a0 Verlage weltweit, darunter auch die oben genannten Verlage, arbeiten bereits jetzt daran, ihre neue, zahlende Leserschaft auch nach der Krise noch lange zu halten. Hier finden Sie eine ausf\u00fchrliche Analyse zur Retention-Strategie der Verlage des Accelerator-Programms. \u00dcber die Ergebnisse In 2019 nahmen erstmals 14 deutschsprachige Nachrichtenorganisationen an der \u201eReader Revenue Accelerator\u201c-Workshopreihe des Facebook-Accelerator-Programms teil. Ein Jahr nach Start des Programms kamen die teilnehmenden Verlage nun virtuell erneut zusammen, um sich zu ihren Erkenntnisse aus dem Stipendienprogramm und ihre Erfahrungen in der Coronakrise\u00a0 auszutauschen. Accelerator-Coaches gaben w\u00e4hrend dieser virtuellen Sitzung einige zus\u00e4tzliche Einblicke in die Bereiche Analytik, Produktentwicklung und Marketing.\u00a0 Die Ergebnisse f\u00fcr diesen Beitrag wurden von den Verlagen bereitgestellt.\u00a0 Falls Sie mit einem der Verlage aus diesem Beitrag in Kontakt treten m\u00f6chten, oder Fragen haben, senden Sie gerne eine E-Mail an Accelerators@FB.com. Wir vernetzen Sie sehr gerne mit anderen Publishern, die intensiv daran arbeiten, die Zukunft des Lokaljournalismus zu sichern. Nach der positiven Resonanz der Teilnehmer soll das Accelerator-Programm in diesem Jahr fortgesetzt werden. Der zweite Durchgang des Programms musste allerdings aufgrund der Coronavirus-Krise bis auf Weiteres verschoben werden. Weitere Informationen zum Accelerator-Programm finden Sie auf den Seiten des Facebook Journalism Project.\u00a0 &#8212; Das Accelerator-Programm Das im Rahmen des Facebook Journalism Project durchgef\u00fchrte Accelerator-Programm unterst\u00fctzt Nachrichtenverlage beim Aufbau nachhaltiger Gesch\u00e4ftsmodelle. Jeder Accelerator wird vom Facebook Journalism Project (FJP) finanziert und organisiert. \u00dcber einen Zeitraum von drei Monaten finden praxisorientierte Workshops statt, die von Medien-Branchenexperten geleitet werden. Teilnehmer erhalten zudem regelm\u00e4\u00dfig Input zu bew\u00e4hrten Gesch\u00e4ftspraktiken sowie finanzielle Zusch\u00fcsse, die von gemeinn\u00fctzigen journalistischen Organisationen verwaltet werden. Executive Director des Accelerator-Programms ist Tim Griggs, ein unabh\u00e4ngiger Consultant\/Berater und ehemaliger leitender Redakteur der New York Times und der Texas Tribune. 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Im Zuge dessen konnten viele eine wachsende Unterst\u00fctzung von Seiten der Leserschaft beobachten. Der beachtliche Zuwachs der Leser- und Abonnentenzahlen, mit teilweise bis zu 300 Prozent Wachstum im Vergleich zur Zeit vor der Coronavirus-Krise, ging jedoch vielerorts mit einem Einbruch der Werbeeinnahmen einher.\u00a0 &#8222;Unser gr\u00f6\u00dftes Problem sind und waren die stornierten Anzeigenschaltungen in Print und Online. Wir haben darauf reagiert, indem wir zeitlich befristete Rabatte von bis zu 50 Prozent angeboten haben. Mit diesem Angebot wollten wir unsere Kunden zur\u00fcckzugewinnen und als Initiative f\u00fcr uns und unsere Partner unter dem Claim &#8218;Lasst uns die Krise gemeinsam bew\u00e4ltigen&#8216; bewerben. Bisher sind wir mit den Ergebnissen zufrieden und sehen, dass unsere Kunden unseren Ansatz sch\u00e4tzen&#8220;, sagt Frank Unkelbach, Head of Digital Management bei Main-Echo.\u00a0\u00a0 Der Einbruch der Werbeeinnahmen ging jedoch gleichzeitig mit einem Anstieg der Nachrichtennutzung und oftmals auch Zahlungsbereitschaft der Leser einher. &#8222;Wie die meisten Verlage hatten wir w\u00e4hrend der Krise mit sinkenden Werbeeinnahmen zu k\u00e4mpfen. Wenn wir 60 Tage vor Corona mit 60 Tagen w\u00e4hrend Corona vergleichen, dann ist die Zahl der t\u00e4glich neuen Abonnenten um 60 Prozent gestiegen und die K\u00fcndigungsrate deutlich zur\u00fcckgegangen, so dass wir in diesem Zeitraum netto 160 Prozent mehr Neuabonnenten generiert haben&#8220;, sagt Dr. Ruth Betz, Leiterin Digitale Transformation bei der Funke Mediengruppe. Auch weiterhin entwickeln und erweitern Verlage auf der ganzen Welt ihre Konzepte rund um das Thema \u201cBezahlangebote\u201d\u201c. In diesem Beitrag haben wir einige Erfahrungen und Ans\u00e4tze der 14 deutschsprachigen Verlage zusammengestellt, die Teil des \u201eReader Revenue Accelerator\u201c-Programms des Facebook Journalism Projects waren. Vor dem Beginn der Corona-Krise generierten ihre Projekte, die durch den Accelerator unterst\u00fctzt wurden, unter anderem mehr als 7,4 Millionen Euro an Lifetime Value, mehr als 35.000 neue Bezahl-Abonnenten sowie mehr als 125.000 Newsletter-Abonnenten und Website-Registrierungen. Das ergab eine Analyse der Abschlussberichte der Teilnehmer, die unserem Accelerator-Partner International Center for Journalists (ICFJ) zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Die Teilnehmer nutzten die Strategien, die sie w\u00e4hrend des Accelerator-Programms entwickelt hatten, um sich an die neue Situation im Zuge der Corona-Pandemie anzupassen und neue Ziele festzulegen. Hier eine Zusammenfassung der Erkenntnisse einiger Verlage: 1. Bereichs\u00fcbergreifende Teams sind erfolgreicher\u00a0 Die Coronavirus-Krise hat Auswirkungen auf alle Bereiche der deutschen Medienunternehmen: Sie f\u00fchrte zu \u00c4nderungen der redaktionellen Arbeitsabl\u00e4ufe und Priorit\u00e4ten in der Berichterstattung und brachte Marketingpl\u00e4ne durcheinander. Die Teams, die ihr Abogesch\u00e4ft ausbauen konnten, haben schnell reagiert und Disziplinen aus dem gesamten Verlagshaus zusammengebracht, um ein kreatives Team aus Redaktion, Analytik, Marketing, Produkt und Social Media zu schaffen.\u00a0 \u201eDas Accelerator-Programm hat unser Mindset und unsere Zusammenarbeit nachhaltig ver\u00e4ndert. Bis heute kommuniziert und arbeitet unsere Accelerator-Gruppe zusammen wie w\u00e4hrend des\u00a0 Programms\u201c, so Dr. Ruth Betz von der Funke Mediengruppe. Bereits vor COVID-19 hatte Funke mit Erkenntnissen aus dem Accelerator-Programm mehr als 27.000 neue Bezahlabonnenten gewinnen k\u00f6nnen \u2013 deutlich mehr als in der eigentlichen Zielsetzung geplant. M\u00f6glich war dies durch ein cross-funktionales Team, das eine wesentliche Aufgabe hatte: m\u00f6glichst viele Tests durchzuf\u00fchren, um die Anzahl der t\u00e4glichen Abo-Abschl\u00fcsse zu erh\u00f6hen. Auch wenn wir den Erfolg der Funke Mediengruppe ausf\u00fchrlicher zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in einer Fallstudie beleuchten werden \u2013 dass cross-funktionale Teams einen gro\u00dfen Unterschied machen k\u00f6nnen, erscheint bereits eine best\u00e4tigte Erkenntnis zu sein. Diesem Aspekt stimmen auch andere Publisher zu. \u201eMan muss die Silos einrei\u00dfen. Wir haben beispielsweise eine bereichs\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe etabliert. Seitdem ist es absolut normal geworden, dass wir \u00fcber verschiedene Abteilungen hinweg miteinander arbeiten\u201c, berichtet Thomas Webel, Head of Digital bei Oberpfalz Medien. W\u00e4hrend des Accelerator-Programms hat sich jeder teilnehmende Verlag jede Woche f\u00fcr eine Stunde mit einem cross-funktionalen Team und einem Coach getroffen. Viele dieser Teams arbeiten auch heute noch, ohne ihren Coach aus dem inzwischen beendeten Programm, weiterhin zusammen. Um diese interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit innerhalb meist noch stark traditionell gepr\u00e4gter Strukturen zu f\u00f6rdern, ist es nach ihrer Erfahrung hilfreich klare Ziele zu setzen, Anpassungen an diese Ziele klar zu kommunizieren und die Teams f\u00fcr diese Ziele auch zu motivieren.\u00a0 Abteilungs\u00fcbergreifende Ziele waren auch bei den N\u00fcrnberger Nachrichten ein wichtiger Treiber der Zusammenarbeit. &#8222;Wir sind stolz darauf, dass nun immer mehr Kollegen aus all unseren Abteilungen ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr haben, wie wir ein erfolgreiches digitales Abonnementgesch\u00e4ft aufbauen k\u00f6nnen&#8220;, sagt Barbara Zinecker, verantwortlich f\u00fcr Audience Development bei den N\u00fcrnberger Nachrichten. 2. Mit dem beginnen, was man hat \u2013 und sich kontinuierlich weiterentwickeln\u00a0 Da sie bereits regelm\u00e4\u00dfig zusammengearbeitet hatten, konnten die cross-funktionalen Teams in den Verlagen viel schneller in Aktion treten \u2013 und haben das auch im M\u00e4rz getan, als die Pandemie in Deutschland zunehmend Wirkung zeigte. &#8222;Eine engere Zusammenarbeit von Redaktion, Vertrieb und Digital-Spezialisten half uns, mit unseren Content- und Abonnementangeboten schnell auf die neue Situation zu reagieren&#8220;, sagt Julian Mager, Digital Marketing Manager bei der Main-Post.\u00a0 Es war auch diese Art der Zusammenarbeit, die ihren Accelerator-Kollegen in N\u00fcrnberg zu konkreten Ums\u00e4tzen f\u00fchrte. Dort hatten Redaktion und Vertrieb schnell reagiert und gemeinsam veranlasst, dass im Umfeld von Artikeln zum Thema Coronavirus prominent auf die Abo-Angebote der N\u00fcrnberger Nachrichten (Print Abo und ePaper) hingewiesen wurde. \u201cNicht zuletzt dadurch konnten wir eine Steigerung von 20 bis 30 Prozent bei den Abos f\u00fcr unsere Bezahlprodukte und eine Verbesserung von 10 Prozent bei der K\u00fcndigerrate erzielen&#8220;, berichtet Barbara Zinecker.\u00a0 Aber an welchen Schrauben sollten die Teams nun weiterdrehen? &#8222;Wir denken mehr aus der Sicht des Kunden. Was braucht der Kunde von uns? Unsere Journalisten haben sich in der Krise an neue Formate wie Podcasts und Videos gew\u00f6hnt und sich mit ihnen vertraut gemacht. Rund 2.000 Menschen h\u00f6ren t\u00e4glich unseren neuen Corona-Podcast. Die Produktion dieser Art von Inhalten hat deutlich zugenommen, und unsere Leser sch\u00e4tzen sie auch&#8220;, sagt Lena Beneke von den Ruhr Nachrichten. Das Team der N\u00fcrnberger Nachrichten teilt diese Erfahrung. Mit interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit und agilen Arbeitsmethoden hat es geschafft, binnen kurzer Zeit seine Newsletter-Produkte auszubauen und die Anzahl der Empf\u00e4nger seit November mehr als zu verdreifachen.\u00a0 Dabei haben in einem Projekt zur Optimierung der technischen Voraussetzungen (darunter Implementierung ins Content Management System), das im Anschluss an den Accelerator gef\u00f6rdert wurde, auch zwei ganz grunds\u00e4tzliche Learnings aus dem Programm geholfen, berichtet Barbara Zinecker: \u201cDu solltest mit dem loslegen, was du hast! Wir haben im Accelerator gelernt, uns weniger auf das was fehlt zu konzentrieren und uns stattdessen voll auf unsere M\u00f6glichkeiten zu fokussieren. Da wir noch kein rein digitales Paid Content Angebot haben, setzen wir alles daran, m\u00f6glichst viele Registrierungen zu generieren, um diese loyalen und aktiven Leser dann alsbald leichter in zahlende Abonnenten umwandeln zu k\u00f6nnen.\u201d\u00a0 3. Dem Leser immer einen Schritt voraus sein Die Verlage des Accelerator-Programms profitieren davon, sich darauf zu fokussieren, ihren Leser immer einen Schritt n\u00e4her an ihre Medienmarke heranzuf\u00fchren und so enger an sie zu binden. Sie stellen damit ihre \u201c+1-Strategie\u201d, in Anlehnung an das von Yasmin Namini, Leiterin und Coaching des Accelerator-Programms, unterrichtete Konzept, sicher. Diese sieht vor, sich kontinuierlich dar\u00fcber Gedanken, wie die eigenen Leser eine sich stetig verst\u00e4rkende Verbindung mit der Medienmarke aufbauen k\u00f6nnen \u2013 durch Empfehlungen von Inhalten, E-Mail-Anmeldungen, Aufforderungen zur Registrierung und letztendlich Abo-Angebote. \u201cDie +1-Strategie hat uns so klar eingeleuchtet, dass wir sie schnell mit all unseren Kollegen geteilt haben. Wir haben die schrittweise Herangehensweise heruntergebrochen und daraus Handlungspunkte f\u00fcr alle Abteilungen abgeleitet, so auch f\u00fcr die Einf\u00fchrungen unserer Newsletter\u201d, sagt Ruth Betz von Funke.\u00a0 &#8222;Gelegentliche in treue Leser zu wandeln und Abonnenten dauerhaft zu halten sind zwei Themen, an denen wir derzeit arbeiten&#8220;, so Julia Morein von der Rheinischen Post.\u00a0 Wie viel frei zug\u00e4nglicher Inhalt, auf die Leser ohne zu zahlen zugreifen k\u00f6nnen, ist genug, um sie schlie\u00dflich zum Abschluss eines Abonnements zu bewegen und nicht zu viel, als dass sie glauben, alles sei kostenlos zu bekommen? Es ist ein schmaler Grat f\u00fcr Verlage, herauszufinden, wie sie unbekannte Leser zu registrierten oder sogar zahlenden Kunden machen k\u00f6nnen. Hierbei gibt es keine einfache Antwort darauf, welche Inhalte hinter einer Paywall \u201eversteckt\u201c sein sollten. Die Verlage, die mit ihrer Strategie am erfolgreichsten waren, sind gewillt, ihre Strategie immer wieder anzupassen, bis sie die richtige Balance f\u00fcr ihre spezifische Marke in ihrem spezifischen Markt gefunden haben (und diese dann weiterhin im Blick behalten und testen).\u00a0 \u201cWir haben noch kein Bezahlangebot gelauncht aber f\u00fchren unsere Leser gerade schrittweise heran, um ihnen dann im Sp\u00e4tsommer erfolgreich ein digitales Abo anbieten zu k\u00f6nnen. Das Konzept beinhaltet frei verf\u00fcgbare Newsletter ebenso wie an eine kostenlose Registrierung gekn\u00fcpfter Content. Insgesamt haben wir \u00fcber die einzelnen Schritte so die Anzahl der identifizierten und ansprechbaren Leser binnen weniger Wochen von 10.000 auf mehr als 30.000 erh\u00f6hen k\u00f6nnen\u201d, berichtet Thomas Webel, Head of Digital bei \u2018Der neue Tag\u2019 der Oberpfalz Medien.\u00a0 4. Der Newsletter als Treiber f\u00fcr Registrierungen und Abos\u00a0 Vor Beginn der Corona-Krise hat Der neue Tag mithilfe von E-Mail-Best-Practices aus dem Accelerator zwei Newsletter gestartet. Als die Pandemie begann, hat das Team schnell einen zus\u00e4tzlichen Newsletter mit Covid-19 Schwerpunkt aufgesetzt.\u00a0 \u201eInnerhalb weniger Wochen haben wir damit rund 4.000 neue Newsletter-Abonnenten hinzugewonnen\u201d, berichtet Thomas Webel. Das Team arbeitet jetzt an einem Konzept, diesen Newsletter von einem &#8222;One-Hit-Wonder&#8220; in ein nachhaltiges Produkt umzuwandeln. Dabei nimmt Der neue Tag unter den gewonnenen Newsletter-Empf\u00e4ngern, ebenso wie das Team der N\u00fcrnberger Nachrichten, ein hohes Potential f\u00fcr zahlende Abonnenten an. Eine Annahme, die Funke bereits best\u00e4tigen kann. Nach nur wenigen Monaten bietet das Unternehmen nun weit mehr als 20 Newsletter (Marken, Themen, Regionen und COVID-19) an, deren Empf\u00e4nger nachweislich deutlich leichter in ein Bezahlabo \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen, als andere User der Portale. Das Team verspricht sich von dieser Nutzergruppe auch eine geringere K\u00fcndigungsrate, f\u00fcr eine Datenerhebung hierzu ist es allerdings noch zu fr\u00fch. &#8222;Wir haben eine interdisziplin\u00e4re Einheit gebildet, um unser unternehmensweites Newsletter-Konzept weiter zu verbessern. Aufgrund dessen unmittelbaren Erfolgs kamen bereits zwei neue Vollzeitmitarbeiter hinzu&#8220;, so Ruth Betz.\u00a0 5. Den Mut haben, neue Ans\u00e4tze auszuprobieren Wie viele andere Verlage weltweit, beschlossen auch Main-Echo und Straubinger Tagblatt, ihre Inhalte zu Beginn der Corona-Pandemie kostenlos zug\u00e4nglich zu machen. Beim Straubinger Tagblatt f\u00fchrte das Angebot zu \u00fcber 11.000 Neuanmeldungen. Beim Main Echo hat ein sechsw\u00f6chiges Sonderangebot mehr als 500 neue Abonnenten generiert \u2013 fast so viele wie in den zwei Jahren zuvor. &#8222;Besondere Zeiten erfordern besondere Ma\u00dfnahmen. Deshalb haben wir unsere Premium-Inhalte nach der Registrierung f\u00fcr jedermann kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt&#8220;, so Andreas Seidl, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Redakteur des Verlags.\u00a0 Das Wachstum des Straubinger Tagblatts auf dem H\u00f6hepunkt der Corona-Krise baute auf dem stetigen Anstieg der Registrierungen im Jahr 2019 auf. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 haben sich laut Seidl mehr als 38.000 Menschen f\u00fcr die Verlagspr\u00e4mie idowa.plus registriert. &#8222;Wir freuen uns sehr, dass diese Abonnenten weitaus weniger stark abwandern, als wir erwartet hatten\u201d, sagt Frank Unkelbach, Head of Digital Management bei Main-Echo. \u201cJetzt, nach dem ersten Monat der Vollzahlung, erkennen wir immer noch eine sehr solide Verbleiberate, die uns glauben l\u00e4sst, dass wir 50 Prozent dieser zahlenden Abonnenten dauerhaft halten k\u00f6nnen. Wir stellen nun\u00a0 au\u00dferdem auch ein stetiges Wachstum bei unseren regul\u00e4ren kostenpflichtigen Abonnements fest \u2013 auf einem viel h\u00f6heren Niveau als im letzten Jahr&#8220;.\u00a0 Aber wie k\u00f6nnen Verlage nun all diese neuen Abonnenten halten?\u00a0 Verlage weltweit, darunter auch die oben genannten Verlage, arbeiten bereits jetzt daran, ihre neue, zahlende Leserschaft auch nach der Krise noch lange zu halten. Hier finden Sie eine ausf\u00fchrliche Analyse zur Retention-Strategie der Verlage des Accelerator-Programms. \u00dcber die Ergebnisse In 2019 nahmen erstmals 14 deutschsprachige Nachrichtenorganisationen an der \u201eReader Revenue Accelerator\u201c-Workshopreihe des Facebook-Accelerator-Programms teil. Ein Jahr nach Start des Programms kamen die teilnehmenden Verlage nun virtuell erneut zusammen, um sich zu ihren Erkenntnisse aus dem Stipendienprogramm und ihre Erfahrungen in der Coronakrise\u00a0 auszutauschen. Accelerator-Coaches gaben w\u00e4hrend dieser virtuellen Sitzung einige zus\u00e4tzliche Einblicke in die Bereiche Analytik, Produktentwicklung und Marketing.\u00a0 Die Ergebnisse f\u00fcr diesen Beitrag wurden von den Verlagen bereitgestellt.\u00a0 Falls Sie mit einem der Verlage aus diesem Beitrag in Kontakt treten m\u00f6chten, oder Fragen haben, senden Sie gerne eine E-Mail an Accelerators@FB.com. Wir vernetzen Sie sehr gerne mit anderen Publishern, die intensiv daran arbeiten, die Zukunft des Lokaljournalismus zu sichern. Nach der positiven Resonanz der Teilnehmer soll das Accelerator-Programm in diesem Jahr fortgesetzt werden. Der zweite Durchgang des Programms musste allerdings aufgrund der Coronavirus-Krise bis auf Weiteres verschoben werden. Weitere Informationen zum Accelerator-Programm finden Sie auf den Seiten des Facebook Journalism Project.\u00a0 &#8212; Das Accelerator-Programm Das im Rahmen des Facebook Journalism Project durchgef\u00fchrte Accelerator-Programm unterst\u00fctzt Nachrichtenverlage beim Aufbau nachhaltiger Gesch\u00e4ftsmodelle. Jeder Accelerator wird vom Facebook Journalism Project (FJP) finanziert und organisiert. \u00dcber einen Zeitraum von drei Monaten finden praxisorientierte Workshops statt, die von Medien-Branchenexperten geleitet werden. Teilnehmer erhalten zudem regelm\u00e4\u00dfig Input zu bew\u00e4hrten Gesch\u00e4ftspraktiken sowie finanzielle Zusch\u00fcsse, die von gemeinn\u00fctzigen journalistischen Organisationen verwaltet werden. Executive Director des Accelerator-Programms ist Tim Griggs, ein unabh\u00e4ngiger Consultant\/Berater und ehemaliger leitender Redakteur der New York Times und der Texas Tribune. Melde dich beim FJP-Newsletter an, um monatliche Updates zum Accelerator-Programm zu erhalten.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/about.fb.com\/de\/news\/2020\/07\/wie-deutsche-verlage-waehrend-covid-19-ihre-leserzahlen-steigerten\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"\u00dcber Meta\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2020-07-03T07:05:15+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-06-04T07:12:51+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/about.fb.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2020\/07\/Acc-NEW.jpg?fit=512%2C288\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"512\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"288\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Trilligent\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Written by\" \/>\n\t<meta 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Im Zuge dessen konnten viele eine wachsende Unterst\u00fctzung von Seiten der Leserschaft beobachten. Der beachtliche Zuwachs der Leser- und Abonnentenzahlen, mit teilweise bis zu 300 Prozent Wachstum im Vergleich zur Zeit vor der Coronavirus-Krise, ging jedoch vielerorts mit einem Einbruch der Werbeeinnahmen einher.\u00a0 &#8222;Unser gr\u00f6\u00dftes Problem sind und waren die stornierten Anzeigenschaltungen in Print und Online. Wir haben darauf reagiert, indem wir zeitlich befristete Rabatte von bis zu 50 Prozent angeboten haben. Mit diesem Angebot wollten wir unsere Kunden zur\u00fcckzugewinnen und als Initiative f\u00fcr uns und unsere Partner unter dem Claim &#8218;Lasst uns die Krise gemeinsam bew\u00e4ltigen&#8216; bewerben. Bisher sind wir mit den Ergebnissen zufrieden und sehen, dass unsere Kunden unseren Ansatz sch\u00e4tzen&#8220;, sagt Frank Unkelbach, Head of Digital Management bei Main-Echo.\u00a0\u00a0 Der Einbruch der Werbeeinnahmen ging jedoch gleichzeitig mit einem Anstieg der Nachrichtennutzung und oftmals auch Zahlungsbereitschaft der Leser einher. &#8222;Wie die meisten Verlage hatten wir w\u00e4hrend der Krise mit sinkenden Werbeeinnahmen zu k\u00e4mpfen. Wenn wir 60 Tage vor Corona mit 60 Tagen w\u00e4hrend Corona vergleichen, dann ist die Zahl der t\u00e4glich neuen Abonnenten um 60 Prozent gestiegen und die K\u00fcndigungsrate deutlich zur\u00fcckgegangen, so dass wir in diesem Zeitraum netto 160 Prozent mehr Neuabonnenten generiert haben&#8220;, sagt Dr. Ruth Betz, Leiterin Digitale Transformation bei der Funke Mediengruppe. Auch weiterhin entwickeln und erweitern Verlage auf der ganzen Welt ihre Konzepte rund um das Thema \u201cBezahlangebote\u201d\u201c. In diesem Beitrag haben wir einige Erfahrungen und Ans\u00e4tze der 14 deutschsprachigen Verlage zusammengestellt, die Teil des \u201eReader Revenue Accelerator\u201c-Programms des Facebook Journalism Projects waren. Vor dem Beginn der Corona-Krise generierten ihre Projekte, die durch den Accelerator unterst\u00fctzt wurden, unter anderem mehr als 7,4 Millionen Euro an Lifetime Value, mehr als 35.000 neue Bezahl-Abonnenten sowie mehr als 125.000 Newsletter-Abonnenten und Website-Registrierungen. Das ergab eine Analyse der Abschlussberichte der Teilnehmer, die unserem Accelerator-Partner International Center for Journalists (ICFJ) zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Die Teilnehmer nutzten die Strategien, die sie w\u00e4hrend des Accelerator-Programms entwickelt hatten, um sich an die neue Situation im Zuge der Corona-Pandemie anzupassen und neue Ziele festzulegen. Hier eine Zusammenfassung der Erkenntnisse einiger Verlage: 1. Bereichs\u00fcbergreifende Teams sind erfolgreicher\u00a0 Die Coronavirus-Krise hat Auswirkungen auf alle Bereiche der deutschen Medienunternehmen: Sie f\u00fchrte zu \u00c4nderungen der redaktionellen Arbeitsabl\u00e4ufe und Priorit\u00e4ten in der Berichterstattung und brachte Marketingpl\u00e4ne durcheinander. Die Teams, die ihr Abogesch\u00e4ft ausbauen konnten, haben schnell reagiert und Disziplinen aus dem gesamten Verlagshaus zusammengebracht, um ein kreatives Team aus Redaktion, Analytik, Marketing, Produkt und Social Media zu schaffen.\u00a0 \u201eDas Accelerator-Programm hat unser Mindset und unsere Zusammenarbeit nachhaltig ver\u00e4ndert. Bis heute kommuniziert und arbeitet unsere Accelerator-Gruppe zusammen wie w\u00e4hrend des\u00a0 Programms\u201c, so Dr. Ruth Betz von der Funke Mediengruppe. Bereits vor COVID-19 hatte Funke mit Erkenntnissen aus dem Accelerator-Programm mehr als 27.000 neue Bezahlabonnenten gewinnen k\u00f6nnen \u2013 deutlich mehr als in der eigentlichen Zielsetzung geplant. M\u00f6glich war dies durch ein cross-funktionales Team, das eine wesentliche Aufgabe hatte: m\u00f6glichst viele Tests durchzuf\u00fchren, um die Anzahl der t\u00e4glichen Abo-Abschl\u00fcsse zu erh\u00f6hen. Auch wenn wir den Erfolg der Funke Mediengruppe ausf\u00fchrlicher zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in einer Fallstudie beleuchten werden \u2013 dass cross-funktionale Teams einen gro\u00dfen Unterschied machen k\u00f6nnen, erscheint bereits eine best\u00e4tigte Erkenntnis zu sein. Diesem Aspekt stimmen auch andere Publisher zu. \u201eMan muss die Silos einrei\u00dfen. Wir haben beispielsweise eine bereichs\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe etabliert. Seitdem ist es absolut normal geworden, dass wir \u00fcber verschiedene Abteilungen hinweg miteinander arbeiten\u201c, berichtet Thomas Webel, Head of Digital bei Oberpfalz Medien. W\u00e4hrend des Accelerator-Programms hat sich jeder teilnehmende Verlag jede Woche f\u00fcr eine Stunde mit einem cross-funktionalen Team und einem Coach getroffen. Viele dieser Teams arbeiten auch heute noch, ohne ihren Coach aus dem inzwischen beendeten Programm, weiterhin zusammen. Um diese interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit innerhalb meist noch stark traditionell gepr\u00e4gter Strukturen zu f\u00f6rdern, ist es nach ihrer Erfahrung hilfreich klare Ziele zu setzen, Anpassungen an diese Ziele klar zu kommunizieren und die Teams f\u00fcr diese Ziele auch zu motivieren.\u00a0 Abteilungs\u00fcbergreifende Ziele waren auch bei den N\u00fcrnberger Nachrichten ein wichtiger Treiber der Zusammenarbeit. &#8222;Wir sind stolz darauf, dass nun immer mehr Kollegen aus all unseren Abteilungen ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr haben, wie wir ein erfolgreiches digitales Abonnementgesch\u00e4ft aufbauen k\u00f6nnen&#8220;, sagt Barbara Zinecker, verantwortlich f\u00fcr Audience Development bei den N\u00fcrnberger Nachrichten. 2. Mit dem beginnen, was man hat \u2013 und sich kontinuierlich weiterentwickeln\u00a0 Da sie bereits regelm\u00e4\u00dfig zusammengearbeitet hatten, konnten die cross-funktionalen Teams in den Verlagen viel schneller in Aktion treten \u2013 und haben das auch im M\u00e4rz getan, als die Pandemie in Deutschland zunehmend Wirkung zeigte. &#8222;Eine engere Zusammenarbeit von Redaktion, Vertrieb und Digital-Spezialisten half uns, mit unseren Content- und Abonnementangeboten schnell auf die neue Situation zu reagieren&#8220;, sagt Julian Mager, Digital Marketing Manager bei der Main-Post.\u00a0 Es war auch diese Art der Zusammenarbeit, die ihren Accelerator-Kollegen in N\u00fcrnberg zu konkreten Ums\u00e4tzen f\u00fchrte. Dort hatten Redaktion und Vertrieb schnell reagiert und gemeinsam veranlasst, dass im Umfeld von Artikeln zum Thema Coronavirus prominent auf die Abo-Angebote der N\u00fcrnberger Nachrichten (Print Abo und ePaper) hingewiesen wurde. \u201cNicht zuletzt dadurch konnten wir eine Steigerung von 20 bis 30 Prozent bei den Abos f\u00fcr unsere Bezahlprodukte und eine Verbesserung von 10 Prozent bei der K\u00fcndigerrate erzielen&#8220;, berichtet Barbara Zinecker.\u00a0 Aber an welchen Schrauben sollten die Teams nun weiterdrehen? &#8222;Wir denken mehr aus der Sicht des Kunden. Was braucht der Kunde von uns? Unsere Journalisten haben sich in der Krise an neue Formate wie Podcasts und Videos gew\u00f6hnt und sich mit ihnen vertraut gemacht. Rund 2.000 Menschen h\u00f6ren t\u00e4glich unseren neuen Corona-Podcast. Die Produktion dieser Art von Inhalten hat deutlich zugenommen, und unsere Leser sch\u00e4tzen sie auch&#8220;, sagt Lena Beneke von den Ruhr Nachrichten. Das Team der N\u00fcrnberger Nachrichten teilt diese Erfahrung. Mit interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit und agilen Arbeitsmethoden hat es geschafft, binnen kurzer Zeit seine Newsletter-Produkte auszubauen und die Anzahl der Empf\u00e4nger seit November mehr als zu verdreifachen.\u00a0 Dabei haben in einem Projekt zur Optimierung der technischen Voraussetzungen (darunter Implementierung ins Content Management System), das im Anschluss an den Accelerator gef\u00f6rdert wurde, auch zwei ganz grunds\u00e4tzliche Learnings aus dem Programm geholfen, berichtet Barbara Zinecker: \u201cDu solltest mit dem loslegen, was du hast! Wir haben im Accelerator gelernt, uns weniger auf das was fehlt zu konzentrieren und uns stattdessen voll auf unsere M\u00f6glichkeiten zu fokussieren. Da wir noch kein rein digitales Paid Content Angebot haben, setzen wir alles daran, m\u00f6glichst viele Registrierungen zu generieren, um diese loyalen und aktiven Leser dann alsbald leichter in zahlende Abonnenten umwandeln zu k\u00f6nnen.\u201d\u00a0 3. Dem Leser immer einen Schritt voraus sein Die Verlage des Accelerator-Programms profitieren davon, sich darauf zu fokussieren, ihren Leser immer einen Schritt n\u00e4her an ihre Medienmarke heranzuf\u00fchren und so enger an sie zu binden. Sie stellen damit ihre \u201c+1-Strategie\u201d, in Anlehnung an das von Yasmin Namini, Leiterin und Coaching des Accelerator-Programms, unterrichtete Konzept, sicher. Diese sieht vor, sich kontinuierlich dar\u00fcber Gedanken, wie die eigenen Leser eine sich stetig verst\u00e4rkende Verbindung mit der Medienmarke aufbauen k\u00f6nnen \u2013 durch Empfehlungen von Inhalten, E-Mail-Anmeldungen, Aufforderungen zur Registrierung und letztendlich Abo-Angebote. \u201cDie +1-Strategie hat uns so klar eingeleuchtet, dass wir sie schnell mit all unseren Kollegen geteilt haben. Wir haben die schrittweise Herangehensweise heruntergebrochen und daraus Handlungspunkte f\u00fcr alle Abteilungen abgeleitet, so auch f\u00fcr die Einf\u00fchrungen unserer Newsletter\u201d, sagt Ruth Betz von Funke.\u00a0 &#8222;Gelegentliche in treue Leser zu wandeln und Abonnenten dauerhaft zu halten sind zwei Themen, an denen wir derzeit arbeiten&#8220;, so Julia Morein von der Rheinischen Post.\u00a0 Wie viel frei zug\u00e4nglicher Inhalt, auf die Leser ohne zu zahlen zugreifen k\u00f6nnen, ist genug, um sie schlie\u00dflich zum Abschluss eines Abonnements zu bewegen und nicht zu viel, als dass sie glauben, alles sei kostenlos zu bekommen? Es ist ein schmaler Grat f\u00fcr Verlage, herauszufinden, wie sie unbekannte Leser zu registrierten oder sogar zahlenden Kunden machen k\u00f6nnen. Hierbei gibt es keine einfache Antwort darauf, welche Inhalte hinter einer Paywall \u201eversteckt\u201c sein sollten. Die Verlage, die mit ihrer Strategie am erfolgreichsten waren, sind gewillt, ihre Strategie immer wieder anzupassen, bis sie die richtige Balance f\u00fcr ihre spezifische Marke in ihrem spezifischen Markt gefunden haben (und diese dann weiterhin im Blick behalten und testen).\u00a0 \u201cWir haben noch kein Bezahlangebot gelauncht aber f\u00fchren unsere Leser gerade schrittweise heran, um ihnen dann im Sp\u00e4tsommer erfolgreich ein digitales Abo anbieten zu k\u00f6nnen. Das Konzept beinhaltet frei verf\u00fcgbare Newsletter ebenso wie an eine kostenlose Registrierung gekn\u00fcpfter Content. Insgesamt haben wir \u00fcber die einzelnen Schritte so die Anzahl der identifizierten und ansprechbaren Leser binnen weniger Wochen von 10.000 auf mehr als 30.000 erh\u00f6hen k\u00f6nnen\u201d, berichtet Thomas Webel, Head of Digital bei \u2018Der neue Tag\u2019 der Oberpfalz Medien.\u00a0 4. Der Newsletter als Treiber f\u00fcr Registrierungen und Abos\u00a0 Vor Beginn der Corona-Krise hat Der neue Tag mithilfe von E-Mail-Best-Practices aus dem Accelerator zwei Newsletter gestartet. Als die Pandemie begann, hat das Team schnell einen zus\u00e4tzlichen Newsletter mit Covid-19 Schwerpunkt aufgesetzt.\u00a0 \u201eInnerhalb weniger Wochen haben wir damit rund 4.000 neue Newsletter-Abonnenten hinzugewonnen\u201d, berichtet Thomas Webel. Das Team arbeitet jetzt an einem Konzept, diesen Newsletter von einem &#8222;One-Hit-Wonder&#8220; in ein nachhaltiges Produkt umzuwandeln. Dabei nimmt Der neue Tag unter den gewonnenen Newsletter-Empf\u00e4ngern, ebenso wie das Team der N\u00fcrnberger Nachrichten, ein hohes Potential f\u00fcr zahlende Abonnenten an. Eine Annahme, die Funke bereits best\u00e4tigen kann. Nach nur wenigen Monaten bietet das Unternehmen nun weit mehr als 20 Newsletter (Marken, Themen, Regionen und COVID-19) an, deren Empf\u00e4nger nachweislich deutlich leichter in ein Bezahlabo \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnen, als andere User der Portale. Das Team verspricht sich von dieser Nutzergruppe auch eine geringere K\u00fcndigungsrate, f\u00fcr eine Datenerhebung hierzu ist es allerdings noch zu fr\u00fch. &#8222;Wir haben eine interdisziplin\u00e4re Einheit gebildet, um unser unternehmensweites Newsletter-Konzept weiter zu verbessern. Aufgrund dessen unmittelbaren Erfolgs kamen bereits zwei neue Vollzeitmitarbeiter hinzu&#8220;, so Ruth Betz.\u00a0 5. Den Mut haben, neue Ans\u00e4tze auszuprobieren Wie viele andere Verlage weltweit, beschlossen auch Main-Echo und Straubinger Tagblatt, ihre Inhalte zu Beginn der Corona-Pandemie kostenlos zug\u00e4nglich zu machen. Beim Straubinger Tagblatt f\u00fchrte das Angebot zu \u00fcber 11.000 Neuanmeldungen. Beim Main Echo hat ein sechsw\u00f6chiges Sonderangebot mehr als 500 neue Abonnenten generiert \u2013 fast so viele wie in den zwei Jahren zuvor. &#8222;Besondere Zeiten erfordern besondere Ma\u00dfnahmen. Deshalb haben wir unsere Premium-Inhalte nach der Registrierung f\u00fcr jedermann kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt&#8220;, so Andreas Seidl, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Redakteur des Verlags.\u00a0 Das Wachstum des Straubinger Tagblatts auf dem H\u00f6hepunkt der Corona-Krise baute auf dem stetigen Anstieg der Registrierungen im Jahr 2019 auf. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 haben sich laut Seidl mehr als 38.000 Menschen f\u00fcr die Verlagspr\u00e4mie idowa.plus registriert. &#8222;Wir freuen uns sehr, dass diese Abonnenten weitaus weniger stark abwandern, als wir erwartet hatten\u201d, sagt Frank Unkelbach, Head of Digital Management bei Main-Echo. \u201cJetzt, nach dem ersten Monat der Vollzahlung, erkennen wir immer noch eine sehr solide Verbleiberate, die uns glauben l\u00e4sst, dass wir 50 Prozent dieser zahlenden Abonnenten dauerhaft halten k\u00f6nnen. Wir stellen nun\u00a0 au\u00dferdem auch ein stetiges Wachstum bei unseren regul\u00e4ren kostenpflichtigen Abonnements fest \u2013 auf einem viel h\u00f6heren Niveau als im letzten Jahr&#8220;.\u00a0 Aber wie k\u00f6nnen Verlage nun all diese neuen Abonnenten halten?\u00a0 Verlage weltweit, darunter auch die oben genannten Verlage, arbeiten bereits jetzt daran, ihre neue, zahlende Leserschaft auch nach der Krise noch lange zu halten. Hier finden Sie eine ausf\u00fchrliche Analyse zur Retention-Strategie der Verlage des Accelerator-Programms. \u00dcber die Ergebnisse In 2019 nahmen erstmals 14 deutschsprachige Nachrichtenorganisationen an der \u201eReader Revenue Accelerator\u201c-Workshopreihe des Facebook-Accelerator-Programms teil. Ein Jahr nach Start des Programms kamen die teilnehmenden Verlage nun virtuell erneut zusammen, um sich zu ihren Erkenntnisse aus dem Stipendienprogramm und ihre Erfahrungen in der Coronakrise\u00a0 auszutauschen. Accelerator-Coaches gaben w\u00e4hrend dieser virtuellen Sitzung einige zus\u00e4tzliche Einblicke in die Bereiche Analytik, Produktentwicklung und Marketing.\u00a0 Die Ergebnisse f\u00fcr diesen Beitrag wurden von den Verlagen bereitgestellt.\u00a0 Falls Sie mit einem der Verlage aus diesem Beitrag in Kontakt treten m\u00f6chten, oder Fragen haben, senden Sie gerne eine E-Mail an Accelerators@FB.com. Wir vernetzen Sie sehr gerne mit anderen Publishern, die intensiv daran arbeiten, die Zukunft des Lokaljournalismus zu sichern. Nach der positiven Resonanz der Teilnehmer soll das Accelerator-Programm in diesem Jahr fortgesetzt werden. Der zweite Durchgang des Programms musste allerdings aufgrund der Coronavirus-Krise bis auf Weiteres verschoben werden. Weitere Informationen zum Accelerator-Programm finden Sie auf den Seiten des Facebook Journalism Project.\u00a0 &#8212; Das Accelerator-Programm Das im Rahmen des Facebook Journalism Project durchgef\u00fchrte Accelerator-Programm unterst\u00fctzt Nachrichtenverlage beim Aufbau nachhaltiger Gesch\u00e4ftsmodelle. Jeder Accelerator wird vom Facebook Journalism Project (FJP) finanziert und organisiert. \u00dcber einen Zeitraum von drei Monaten finden praxisorientierte Workshops statt, die von Medien-Branchenexperten geleitet werden. Teilnehmer erhalten zudem regelm\u00e4\u00dfig Input zu bew\u00e4hrten Gesch\u00e4ftspraktiken sowie finanzielle Zusch\u00fcsse, die von gemeinn\u00fctzigen journalistischen Organisationen verwaltet werden. Executive Director des Accelerator-Programms ist Tim Griggs, ein unabh\u00e4ngiger Consultant\/Berater und ehemaliger leitender Redakteur der New York Times und der Texas Tribune. 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